Ein Pressesprecher des Deutschen Journalistenverbands outet sich gegen #allesaufdentisch als ignoranter Troll

1. 10. 2021 | In seinem Übereifer, die Aktion #allesaufdentisch als unseriöses Querdenkertum zu diskreditieren, blamiert sich der Deutsche Journalistenverband (DJV) bis auf die Knochen. Was Journalismus ist, wissen die Herren dort nicht. Wie man eine Suchmaschine bedient, offenbar auch nicht.

Gut 50 Künstler, überwiegend Schauspieler und Regisseurinnen haben ebenso viele Gesprächsvideos mit Experten rund um Corona-Themen gedreht und unter dem Stichwort #allesaufdentisch gemeinsam veröffentlicht. (Offenlegung: Ich bin mit einem Video zum digitalen Impfpass dabei.)

Beim Journalistenverband findet man das gar nicht gut und lässt den stellvertretenden Pressesprecher Paul Eschenhagen mit schwerem Geschütz dagegen anschießen. Unter dem Titel „Unappetitliches auf den Tisch“ greift er tief in die Schublade der Diskreditierungstechniken – und blamiert sich dabei bis auf die Knochen.

Besonders stört sich Eschenhagen an einem Videogespräch von Schauspieler Volker Bruch mit Prof. Dr. Michael Meyen von der LMU München, in dem es um die sogenannten Faktenchecker geht. Faktenfuchs, Faktenfinder, Correctiv und Co. haben auch bei mir wegen ihrer unjournalistischen Umtriebe schon ihr Fett wegbekommen. Eschenhagen schreibt, nachdem er vorneweg Meyen erst einmal in den Ruch eines „Verschwörungsideologen“ gebracht hat:

Meyens Einlassungen sind dann auch nicht ganz das, was man von einem seriösen Experten zu dem Thema vielleicht erwarten würde. Unter anderem behauptet er, es gäbe ein internationales Netzwerk besagter Faktenchecker – ohne Belege dafür zu präsentieren“

Oha! Wieder so eine Verschwörungstheorie. Darauf muss sich der Ausdruck „unappetitlich“ im Titel beziehen. Selbst angesehen scheint sich der Journalist das Video allerdings nicht zu haben. Die Aussage hat er von der Berliner Zeitung abgeschrieben. Ansonsten zitiert er noch den Text unter dem Video.

Allerdings: Hätten Eschenhagen und der Kollege von der Berliner Zeitung, von dem er abschrieb, getan, was jeder mindestbegabte Journalist in einer solchen Situation tun würde, bevor er so etwas schreibt, dann hätten sie sich ein Blamage erspart. Sie hätten eine Suchmaschine bemüht. Wegen „international“ hätten sie das auf Englisch getan. Internationales Faktenchecker Netzwerk heißt auf Englisch International fact checking network. Gibt man das in eine Suchmaschine ein, kann man gar nicht vermeiden, auf ein Netzwerk gleichen Namens zu stoßen. Dort erfährt man (meine Übersetzung mit deepL.com):

Das International Fact-Checking Network (IFCN) ist ein Forum für Faktenprüfer weltweit, das vom Poynter Institute for Media Studies organisiert wird. (…) Das Forum wurde im September 2015 ins Leben gerufen, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass eine wachsende Zahl von Initiativen zur Überprüfung von Fakten von einer Organisation profitieren könnte, die bewährte Verfahren und den Austausch in diesem Bereich fördert. (…) Das IFCN von Poynter wurde von der Arthur M. Blank Family Foundation, dem Duke Reporters‘ Lab, der Bill & Melinda Gates Foundation, Google, dem National Endowment for Democracy, dem Omidyar Network, den Open Society Foundations und der Park Foundation gefördert.“

Das ist keinesfalls ein einfacher Ausrutscher. DJV-Chef Frank Überall und Pressesprecher Hendrik Zörner betätigen sich immer wieder als Fake-News-Produzenten und Dreckschleudern gegen Medien, die den Etablierten Konkurrenz machen. Das gehört beim DJV zum Handwerk. Ich bin deshalb schon vor Jahren ausgetreten.

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