Cancel-Culture-Tagebuch

Seit Februar 2023 dokumentiere ich Vorkommnisse, bei denen Personen, die Unbotmäßiges äußern, aus dem öffentlichen Leben entfernt werden (sollen), indem von einer aggressiv-intoleranten Minderheit (seltener Mehrheit) Druck auf Veranstalter oder Arbeitgeber ausgeübt wird, Veranstaltungen mit diesen Menschen abzusagen, oder ihnen zu kündigen. Diese Vorkommnisse sind nur die Spitze eines Eisbergs. Von den in vorauseilendem Gehorsam erfolgenden Nicht-Zusagen erfahren in der Regel allenfalls die Betroffenen und ihr näheres Umfeld. Ein Resümee der ersten sechs Monate Cancel-Tagebuch finden Sie hier

12.6.24: Der X-Nutzer @micliberal ist vom Kölner Amtsgericht vom Vorwurf der gefährlichen Veröffentlichung personenbezogener Daten freigesprochen worden. Er hatte 2022 unter dem Schlagwort „Wir haben mitgemacht“ eine Liste von Hetzzitaten bekannter Personen gegen nicht Geimpfte veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft könnte noch in die nächste Instanz gehen.

10.6.24: In Innsbruck wurde die Wohnung des libertären Unternehmers und Ex-Politikers Chris Veber von drei bewaffneten Polizisten durchsucht und seine elektronischen Geräte beschlagnahmt, wegen Verdachts auf Verharmlosung des Nationalsozialismus. Er hatte die „lieben Linksfaschisten“ in einem sarkastischen Tweet mit Hitler verglichen und als Nazis bezeichnet.

30.5.24: Die Hochschule München hat dem Sozialwissenschaftler Prof. Günter Roth gekündigt. Dessen Corona-maßnahmenkritische öffentliche Äußerungen hatten zu anonymen Beschwerden von Studenten und einer Abmahnung geführt.

17.5. Cancel-Culture: Das während der Palästina-Konferenz von der Bundespolizei verhängte EU-Einreiseverbot gegen den britisch-palästinensischen Arzt und Universitätsrektor Ghassan Abu Sittah war laut Gerichtsbeschluss rechtswidrig.

8.5.24: Nach einem Konzert im Kulturzentrum Werk 2 in Leipzig bekam Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel Auftrittsverbot, u.a. wegen Belustigung über sensible Sprache und positiv-relativierendem Bezug zu Putin. Er schrieb einen offenen Brief.

8.5.24: BSW wird laut Sahra Wagenknecht als einzige Bundestagspartei zu den Vorwahl-Diskussionssendungen von ARD und ZDF zur Europawahl nicht eingeladen.

7.5.24: Das Bayerische Innenministerium hat Prof. Michael Meyen das Gehalt gekürzt, wegen einer Spende an die Rote Hilfe 2019 und der Unterstützung der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand, die das sogenannte Berliner Landesamt für Verfassungsschutz im Spektrum der „verfassungsschutzrelevanten Staatsdelegitimierung“ verortet.

2.5.24: Verdi-Chef Frank Werneke droht: „Wer sich zu AfD-Positionen bekennt, hat bei uns keinen Platz. Man führe ein Ausschlussverfahren gegen ein Mitglied, das AfD-Stadtrat und Personalrat eines kommunalen Entsorgungsunternehmens sei.

2.5.24: Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch hat gesagt: „Wer die AfD aus Überzeugung wählt, kann nicht in der Diakonie arbeiten. Wer sich für die AfD einsetzt, muss gehen.“ Der evangelische Wohlfahrtsverband ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands.

1.5.24: Das Veranstaltungszentrum KKL in Luzern hat auf behördlichen Druck ein Konzert mit der russischen Opernsängerin Anna Netrebko am 1. Juni abgesagt.

26.4.24: Die Stadt Berlin hat zwei Jugendeinrichtungen geschlossen, weil das Personal an Pro-Palästinensischen Demonstrationen teilnahm und auf dem Palästina-Kongress in Berlin sprechen wollte.

22.4.24: Das Landgericht Stuttgart hat im mutmaßlich politischen Prozess gegen Querdenken-Gründer Michael Ballweg stolze 70 ganztägige Verhandlungstage angesetzt. Wenn es darum geht, potentielle Protest-Organisatoren abzuschrecken, gibt es offenbar keine Überlastung der Justiz.

19.4.24: Die zuständige Präfektur hat eine Konferenz zu Palästina von Jean-Luc Mélenchon und dem Europa-Kandidaten seiner linken Partei LFI, Rima Hassan, verboten, die für 18.4. in Lille geplant war. Vorwand: Protestaufrufe ließen Zusammenstöße befürchten. Anders als in Deutschland (Berlin) ist so etwas allerdings in Frankreich großes Medienthema.

18.4.24: Auf einem Video ist zu sehen, wie FDP-Europa-Spitzenkandidatin Strack-Zimmermann nach einem Auftritt in Ravensburg einen Mann, der „über Demokratie sprechen“ will, fragt, ob sein Chef wisse, was er hier mache und ihn mehrfach drängt, ihr den Namen seines Arbeitgebers zu sagen.

18.4.24: Die am Dienstag von der Polizei belagerte NatCon-Konferenz in Brüssel konnte am Mittwoch ungestört weitergehen. Das oberste Verwaltungsgericht verwies auf Artikel 26 der belgischen Verfassung , der „jedem das Recht einräumt, sich friedlich zu versammeln“.

16.4.24:  Auf Anordnung eines Brüsseler Stadtteilbürgermeisters, der „die extreme Rechten dort nicht dulden“ will, hat die Polizei versucht die Nationalkonservatismus-Konferenz (NatCon) zu beenden und lässt keine Teilnehmer und Redner mehr ein. Zuvor musste die Konferenz wegen Druck der sogenannten Antifa und anderer Bürgermeister zweimal den geplanten Veranstaltungsort wechseln. Versammlungsfreiheit war einmal. Vorwand lt. Politico: Drohende Gegendemos.

16.4.2.4: Die Bundesregierung hat vor der Palästina-Konferenz in Berlin ohne Angabe von Gründen ein Einreiseverbot gegen den ehemaligen griechischen Finanzminister und Generalsekretär der paneuropäischen Partei Dem25, Yanis Varoufakis, verhängt.

14.4.24: Der Brüsseler Veranstaltungsort Concert Noble hat auf Druck „antifaschistischer“ Gruppen kurzfristig den Vertrag mit der Nationalkonservatismuskonferenz (NatCon) aufgekündigt, bei der sich am 16. und 17. u.a. Viktor Orbán und Nigel Farage treffen wollten.

14.4.24: Die Berliner Polizei hat einen „Palästina-Kongress“ in Berlin gesprengt und zuvor, ohne Angabe von Gründen, einen palästinensischen Arzt an der Einreise gehindert, der dort sprechen wollte.

12.4.24: Die wegen Solidarisierung mit Palästinensern von der Uni Köln ausgeladene, jüdische US-Philosophin Nancy Fraser sagte in einem lesenswerten Interview mit der FR: „Es steht auch außer Frage, dass der Vorwurf des Antisemitismus als Waffe eingesetzt wird gegen Menschen, die den gegenwärtigen Kurs der israelischen Regierung verurteilen.“

9.4.24: Der SWR hat, nach Interventionen der Auskunftspersonen Volker Beck (Grüne) und Christian Baldauf (CDU), Helen Fares als Moderatorin abgesetzt. Sie hatte sich auf Instragram, wegen des Rachefeldzugs der israelischen Regierung gegen die Bevölkerung des Gaza-Streifens, für den Boykott von Produkten mit Israelbezug stark gemacht.

1.4.24: Die Volksbank Pirna hat dem regierungskritischen Online-Magazin apolut ohne Angabe von Gründen zu Mitte April das Konto gekündigt. Das Magazin gibt für Spenden eine neue Bankverbindung im EU-Ausland an. Erst vor kurzem wurde dem Magazin Manova von der GLS-Bank das Konto gekündigt.

30.3. 24: Die GLS-Bank hat dem Online-Magazin Manova das Konto gekündigt. Sie gibt zwar keine Gründe an, aber es ist anzunehmen, dass die auf Manova veröffentlichten, oft regierungs- und militarismuskritischen Meinungen und Informationen der Leitung des olivgrünennahen Instituts nicht gefallen haben. Von Menschen, die „Verschwörungserzählungen“ verbreiten und glauben, will man sich erklärtermaßen abgrenzen.

27.3.24: Wie der Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahostmitteilt, hat ihm die Berliner Sparkasse „vorsorglich“ das Konto gesperrt. Die Sparkasse verlange kurzfristig umfangreiche Unterlagen, bis hin zu einer Liste aller Mitglieder mit Anschrift.

17.3.24 Mit etwas Verspätung sei der Zufallsfund vermeldet, dass die Kabarettistin Lisa Eckart im September 2020 vom Harbourfront Literaturfestival in Hamburg ausgeladen wurde, weil es Drohungen aus der autonomen Szene gab, die Veranstaltung mit ihr zu sprengen.

7.3.24: Das Jüdische Museum in Wien hat das jüdische Künstlerduo Elias und Gideon Mendel von einer Ausstellung über Perspektiven der Nachfahren von Holocaust-Opfern ausgeladen, weil sie 2019 die israelische Besetzung der Palästinensergebiete kritisiert hatten.

9.3.24: Für den absurden Prozess in Berlin gegen den US-amerikanischen, coronakritischen Regisseur, Satiriker und Schriftsteller C.J. Hopkins wegen angeblicher Naziverherrlichung interessieren sich nur internationalen Medien. Sein aktuelles Buch wurde auf kaltem Wege aus dem Verkehr gezogen.

25.2.24: Nach einer Kampagne des regierungsfinanzierten Recherche- und Agitationskollektivs Correctiv haben alle Bahnhofsbuchhandlungen das rechte Magazin Compact (Schreibweise korrigiert) und viele auch die ebenfalls rechte Junge Freiheit ausgelistet. Das firmiert unter Demokratieförderung. Die Bahn hat bisher nicht dementiert, nachgeholfen zu haben.

20.2.24: Der Kulturamtsleiter der Stadt Ettlingen hat den Kabarettisten Uli Masuth ausgeladen, weil er von den hexenjagenden Badischen Neuen Nachrichten erfahren habe, dass Masuth die Corona-Maßnahmen kritisiere.

19.2.24: Nach einem bestätigten Bericht von Politico hat ein Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank in einem internen Meeting gesagt, Mitarbeiter „die Klima nicht buchstabieren können“, wolle er nicht mehr (einstellen). Schon eingestellte Green-Finance-Skeptiker müssten mühsam „umprogrammiert“ werden.

15.2.24: Die Festveranstaltung zum 1. Wiener Gesundheitstag fand nach kurzfristiger Vertragskündigung durch das Konzerthaus Wien und Verbreitung der Falschnachricht, die Veranstaltung sei abgesagt,, am 21.2. in den Wiener Sophiensälen statt.

22.12.23:  Die Verleihung des Hannah-Arendt-Preises an den renommierten (geschlechtlich unbestimmten) jüdischen Autor und LGBTusw-Aktivisten Masha Gessen durfte nicht wie üblich im Bremer Rathaussaal und dann kurzfristig auch nicht mehr im „Institut Français“ stattfinden, sondern nur für wenige Zuschauer in einer Galerie an geheimem Ort. Der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft Bremens hatte öffentlich Anstoß an einem Essay Gessens im New Yorker genommen.

18.12.23: Eine Vernissage der Künstlergruppe „Internationale Agentur für Freiheit“ (IAFF) in einem großen Berliner Cafe wurde eine Stunde vor Beginn abgesagt. Als die Künstler daraufhin ihre Bilder abhängten und wieder mitnehmen wollten, ließ der Betreiber des Cafes die Polizei anrücken.

9.12.23: Die Kleinstadt Kamenz nahe Dresden widerstand einer von Historikern und Medien geführten Kampagne, gegen eine Buchlesung des Journalisten Patrik Baab im Stadttheater. Sie fand mit großem Publikumserfolg statt. Die Stadt dokumentiert den Disput um den Auftritt auf ihrer Netzseite.

8.12.23: Die Berliner Kulturverwaltung will dem Multi-Kulturzentrum Oyoun die Fördermittel streichen und den Veranstaltungsort kündigen, weil dieser eine Veranstaltung mit einem jüdischen Verein, der Israels Palästinapolitik kritisiert, nicht wie gefordert abgesagt hat. Deutsche Bürokraten canceln Juden wegen „Antisemitismus“

7.12.23: Der Spiegel hat mit einem infamen Stück (Zahlschranke) weithin publik gemacht, dass der Stardirigent Justus Frantz von dem von ihm gegründeten Schleswig-Holstein Musik-Festival ausgeschlossen wurde und keine Engagements mehr bekommt, weil er Auftritte in Russland wahrnimmt und mit dem Dirigenten Waleri Gergiew befreundet ist.

29.11.23: Der Rektor der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen hat eine Veranstaltung mit dem Kriegsberichterstatter Patrik Baab kurzfristig abgesagt, weil die Gefahr bestünde, „dass die Veranstaltung von Menschen gekapert wird, die wir hier an unserer Schule nicht haben wollen.“

26.11.23: Cancel Culture ist kein Problem für den Kabarettisten Michael Neumeier, denn nur alte weiße Menschen beklagten sich darüber, dass er auf 3Sat ironisch vorgeschlagen hatte, Menschen über 70 zu töten, weil sie zu oft zum Arzt gehen. Das für den Sender zuständige ZDF stellte sich hinter ihn.

22.11.23: Ausstellungen des chinesischen Künstlers Ai Weiwei in London, New York und Berlin wurden abgesagt, nachdem er getwittert hatte: „Das Schuldgefühl im Zusammenhang mit der Verfolgung des jüdischen Volkes wurde zeitweise auf die arabische Welt übertragen. Finanziell, kulturell und in Bezug auf den Einfluss der Medien gesehen, war die jüdische Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten stark vertreten.“

21.11.23: Weil das Gorki-Theater in Berlin die Aufführung von „The Situation“ (2015) der österreichich-israelischen Regissuerin Yael Ronen gecancelt hat, haben Srecko Horvat, Paul Stubbs und Dubravka Sekulić ihren Vortrag und ihre Debattenteilnahme zu Jugoslawien und den Blockfreien am Gorki-Theater abgesagt.

19.11.23: Cancel-Culture trifft nicht nur Farbige sondern auch Juden. 100 jüdische Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler in Deutschland protestieren mit einem offenen Brief gegen Verbote von Friedensdemos und Solidarisierung mit Menschen palästinensischer Abstammung.

15.11.23: Das Essener Museum Folkwang hat dem haitianischen Literaturprofessor Anaïs Duplan als Kurator einer Ausstellung über „Afrofuturismus“ gekündigt, weil dieser auf Instagram die BDS-Boykottinitiative gegen die israelische Siedlungspolitik gutgeheißen hat. Weiterhin soll die Welt an Europas Moral genesen, Multikulti ist nur fürs Bunte, so offenbar die Vorstellung vom „idealen Zusammenleben“, dem Oberthema der Ausstellungsreihe.

9.11.23: Der Ex-Chef der britischen Labour-Partei Jeremy Corbyn ist kurzfristig von einer Diskussionsveranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgeladen worden, auf Druck des Mitveranstalters Volksbühne. Grund seien ältere Antisemitismusvorwürfe, die Corbyns Auftreten im Lichte des aktuellen Nahost-Konflikts inopportun machten.

6.11.23: Wegen eines Auftritts des Musikers Jens Fischer Rodrian und des Kabarettisten Uli Masuth hat die Stadt Trier angekündigt: „Bei der künftigen Vergabe der Räumlichkeiten an Dritte, die dort Programm anbieten, wird sich die Stadt vorbehalten, Künstlerinnen und Künstler, die öffentlich haltlose oder extremistische Positionen vertreten, nicht auftreten zu lassen.“ Was „öffentlich haltlos“ oder „extremistisch“ sei, werde im Einzelfall entschieden, so Kulturdezernent Markus Nöhl.

23.10. 23: Paddy Cosgrave, CEO des einflussreichen Tech-Konferenz-Organisators Web Summit trat zurück, nachdem sein Kommentar „Kriegsverbrechen sind Kriegsverbrechen und sollten als solche benannt werden, auch wenn sie von Alliierten begangen werden“, Proteststürme hervorgerufen hatte.

20.10.23: Nahostkorrespondentin Karin Leukefeld berichtet auf Nachdenkseiten darüber, wie sie zunächst von der ARD und weiteren Medien und nun auch von nd (ehem. Neues Deutschland) wegen nicht hinreichend natofreundlicher Berichte gecancelt wurde.

18.10.23: 33 besorgte Bürger haben in einem offenen Brief die Veranstalter des Literarischen Herbstes in Leipzig aufgefordert, eine Lesung der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer abzusagen, weil diese transfeindlich, rassistisch und frauenfeindlich sei; vergebens.

18.10.23: Eine Preisverleihung an die palestinensische Autorin Adania Shibli ist aus der Frankfurter Buchmesse genommen worden, nachdem die taz dem preisgekrönten Buch vorgeworfen hatte, es bediene antisraelische Klischees. Die Entscheidung wurde in einem von über 600 Schriftstellern und anderen Kutlturschaffenden unterzeichneten offenen Brief an die Buchmesse verurteilt.

13.9.23: Tagesschau-Moderator Constantin Schreiber, dem „linke“ Studenten im August, offenbar mit stillschweigender Duldung der Uni Jena, bei einer Lesung eine Torte ins Gesicht drückten, hat im Interview (Zahlschranke) mit der Zeit verkündet, sich künftig zu nichts mehr zu äußern, was mit dem Islam zu tun hat.

23.8.23: Unter dem absurden Vorwurf der Naziverherrlichung wurde der Bühnenautor C.J. Hopkins auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin für einen lauterbachkritischen Tweet zu 3.600 Euro Geldstrafe verurteilt. Er hatte ein Foto des Covers seines vor Faschisierung warnenden Buchs „The Rise of the New Normal Reich“ gepostet. Die Staatsanwaltschaft Berlin geht mit gleichem Vorwand auch gegen Roger Waters vor. Siehe auch Eintrag 22.8.

22.8.23: In das Heim des emeritierten Professors für Sozialpädagogik, Rudolph Bauer, sind am 10.8. bewaffnete und maskierte Staatsbeamte „zur Beweissicherung“ eingefallen, weil er in Wort und Bild vor einer Faschisierung der Gesellschaft gewarnt hat.

13.8.23: Die Stadt Ettlingen hat einen für Februar geplanten Auftritt des Kabarettisten Uli Masuth abgesagt, weil die Badischen Neuen Nachrichten, wie sie stolz berichten, in Blockwartmanier den Kulturamtsleiter darauf aufmerksam machten, dass Masuth an Corona-Demonstrationen teilgenommen habe. Für Kabarett dieser Art ist Ettlingen nicht die richtige Adresse, sagte Kulturamtsleiter Christoph Bader.

11.8.23: Das Museum of Popular Culture in Seattle hat aus seiner Harry-Potter-Ausstellung alle Hinweise auf die Autorin J.K. Rowling entfernt, wegen deren Äußerungen zu biologischen Geschlechtern.

6.8.23: Der Achgut-Verlag darf das Buch „Land ohne Mut“ des Philosophen Michael Esfeld auf der Frankfurter Buchmesse nicht vorstellen, weil sich andere Kleinverlage und Besucher in der Vergangenheit an einem Buch des Achgut-Verlags gestört hätten.

2.8. 23: Tarik Cyril Amar, Geschichtsprofessor an der Columbia University mit Schwerpunkt Sowjetunion, Russland, Ukraine, wurde von Twitter dauerhaft gesperrt, weil er sarkastisch schrieb, die „Eliten“ würden uns in einen 3. Weltkrieg treiben, nur um ihren Stellvertreterkrieg in der Ukraine fortsetzen zu können. Twitter-Eigner Elon Musk ist über seine Firma Starlink im Ukrainekrieg involviert.

30.7.23: Die Universität Erlangen hat den Althistoriker Egon Flaig eine Woche vor seinem Vortrag ausgeladen. Eine Begründung verweigert die Uni. Flaigs Makel dürfte sein, dass er darauf hingewiesen hat, dass es auch dunkelhäutige Sklavenhalter und hellhäutige Sklaven gab.

29.7.23: Der Journalistenverein Bundespresskonferenz wurde verurteilt, den Redakteur der Nachdenkseiten, Florian Warweg, an seinen Veranstaltungen teilnehmen zu lassen, bei denen Regierungsmitglieder befragt werden.

26.7.2023: Ein Zoom-Vortrag des letztjährigen Physik-Nobelpreisträgers John Clauser beim Internationalen Währungsfonds über Klimamodelle wurde,mutmaßlich wegen Klimakrisenskepsis, kurzfristig abgesagt.

18.7.23: Die Landesanwaltschaft Bayern hat ein Disziplinarverfahren gegen den Medienwissenschaftler Michael Meyen von der Uni München eingeleitet, weil er kurzzeitig für die Wochenzeitung „Demokratischer Widerstand“ verantwortlich zeichnete, die später in einem Verfassungsschutzbericht auftauchte.

18.7.23: Der Journalist Patrik Baab hat den Rechtsstreit mit der Uni Kiel rechtskräftig gewonnen. Sie durfte ihm wegen einer Recherchereise in die Ostukraine nicht die Lehrerlaubnis entziehen und sich nicht öffentlich von ihm distanzieren.

14.7.23: Ein Vortrag des Journalisten Jakob Reiman auf dem Augsburger Friedensfest zum Thema „Rechtsruck in Israel – Gibt es noch Chancen für den Friedensprozess“ wurde nach einer medialen Schmutzkampagne wegen angeblichem Antisemitismus abgesagt.

19.6.23: Das Glastonbury Festival of Contemporary Performing Arts, eines der weltgrößten Kunstfestivale, hat wegen eines Antisemitismusvorwurfs die Aufführung des Films „Oh, Jeremy Corbyn: The Big Lie“ gecancelt, in dem es um eine Kampagne mit konstruierten Antisemitismusvorwürfen gegen den ehemaligen Labour-Chef geht.

14.6:23 Vor Millionenpublikum forderte Markus Lanz die FDP auf, ihren Klimareferenten Steffen Hentrich zu entlassen, weil der korrekt festgestellt hat, dass es „in den letzten Jahren kaum wärmer wurde“ (globales Mittel).

9.6.23:  Die Leitung des Museum der bildenden Künste in Leipzig hat eine Veranstaltung von der  dunkelhäutigen Künstlerinnen Bibiana Malay und Grit Díaz abgesagt, weil sie in ihrer Performance das Wort „Neger“ aus einem Kinderreim zitieren.

5.6.23: Ulrike Guérot, Patrik Baab, Sucharit Bhakdi und Michael Meyen antworten unter dem Titel „Abschied vom Altpapier: Der SPIEGEL hat fertig“ auf die Attacke des ehemaligen Nachrichtenmagazins („Prof. Dr. Kokolores“; Text für Abonnenten), die anregte, die Wissenschaftler zu entlassen.

28.5.23: „Rauswerfen oder aushalten“, das sind die ersten Worte eines Beitrags (Zahlschranke) des „Nachrichtenmagazins“ Der Spiegel zu den unbequemen Wissenschaftlern Michael Meyen, Sucharit Bhakdi und Ulrike Guérot mit dem Titel: „‚Querdenker‘ an Hochschulen: Prof. Dr. Kokolores – Die Universitäten tun sich schwer mit Dozenten, die Verschwörungstheorien anhängen oder inhaltlich abdriften.“

25.5.23: Eine Reihe von Schauspielern hat John Cleese von Monty Python ihm zufolge aufgefordert, aus einer Bühnenaufführung von Leben des Brian (1979) die hellsichtige Szene von Stan zu streichen, der Loretta heißen und Babys bekommen will (Video, engl.; deutsch).

24.5.23: Der Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hamburg (GEW) streicht der Gewerkschaftslinken den Raum im Gewerkschaftshaus, weil diese die Kunsthallendemos gegen „Frieren, Pleiten, Weltkrieg“ und die Rathausdemo „für Verständigung und Aufarbeitung“ aktiv unterstützten, an denen auch „rechte Strukturen“ teilnähmen.

11.5.23: David Richardson, Geschichtsprofessor am Madera Community College in Kalifornien, ist suspendiert, weil er bei einem Tag der offenen Tür Bonbons mit dem Aufdruck „He/his (mit Nüssen)“ oder „She/her (nussfrei)“ in einer Schale angeboten hat. Er sagt, es habe sich um einen Witz gehandelt.

9.5.23: Eine Ausstellung der coronamaßnahmenkritischen Künstlerin Jill Sandjaja in Berlin wurde gestrichen. PaulBrandenburg.com beschreibt an diesem Beispiel, wie ein anti-pluraler, regierungshöriger Mob systematisch mit Social-Media-Kampagnen und Drohungen gegen Veranstalter und Vermieter dafür sorgt, dass Künstler und Publizisten abseits des politischen Mainstream kaum noch Auftrittsmöglichkeiten bekommen. Die taz beschreibt das Gleiche aus ihrer Sicht und feiert die Jagderfolge. Jagdszenen aus Niederbayern mit vertauschten Vorzeichen.

25.4.23: Die Uni Kiel durfte dem Journalisten Patrik Baab wegen einer Recherchereise in die Ostukraine nicht seinen Lehrauftrag entziehen und muss eine distanzierende Erklärung von der Homepage löschen. Das hat das Verwaltungsgericht Schleswig entschieden.

24.4.23 Fox News hat sich von Nachrichtenshowmaster Tucker Carlson getrennt.

24.4.23: Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat dem cancelwütigen Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) erklärt, dass die versuchte Verhinderung eines Konzerts von Roger Waters (Pink Floyd), diesen in seiner Kunstfreiheit verletzten würde. Waters kritisiert gelegentlich die Politik der Regierung Israels.

24.4.23: Der US-Comedian Bill Maher, mit eigener Cancel-Erfahrung, hat die Cojones-Awards vergeben, an Personen und Organisationen, die sich mutig den Forderungen einer woken Meute entgegengestellt haben (Video, engl. via Twitter).

20.4.23 Die Hamburger Grünen-Abgeordnete Miriam Block soll alle Ämter verlieren, weil sie in der Bürgerschaft gegen die eigene Fraktion für den Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum NSU-Mord an Süleyman Taşköprü 2001 gestimmt hat. Noch ist sie Hochschulsprecherin und setzt sich für Queerfeminismus und Antifaschismus ein. Auch Wokismus schützt vor Canceln nicht, wenn man dazu noch integer ist.

14.4.23: Der Journalist Patrik Baab, der aufgrund eines Berichts des „Denunziationsportals“ T-Online von der Uni Kiel und der HMKW Berlin gecancelt wurde, weil er als Reporter in der Ostukraine war, beschreibt auf Infosperber seine Sicht auf die Cancel-Culture von Journalisten und Intellektuellen.

14.4.23: KORREKTUR: Die Uni München hat offenbar nicht wirklich den Verfassungsschutz auf Prof. Michael Meyen angesetzt, sondern nur angefragt, ob gegen die Wochenzeitung „Demokratischer Widerstand“ etwas vorliegt. Außerdem habe sie der Presse gegenüber verschwiegen, dass Meyen seine Herausgeberschaft schon beendet hatte, und mauere nun, berichtet Multipolar.

13.4.23: Die Uni München hat den Verfassungsschutz gebeten, zu prüfen, ob das Engagement des Professors für Kommunikationswissenschaft, Michael Meyen, in der Wochenzeitung „Demokratischer Widerstand“ ein Dienstvergehen darstellt oder strafrechtliche Relevanz hat.

8.4.23: Die Uni Hamburg hat ihre Raumzusage für den großen kapitalismuskritischen Kongress „We want our world back“ unmittelbar vor Beginn zurückgezogen, weil der Hamburger (sogenannte) Verfassungsschutz das so wollte.

30.3.23: Der Vortrag von Daniele Ganser in Nürnberg im Mai kann doch stattfinden. Bürgermeister König hat die Kündigung des Vortragssaals zurückgenommen. Zuvor hatte ein Gericht die Stadt Dortmund verurteilt, Gansers geplanten Auftritt dort zuzulassen.

23.3.23 Das Oberverwaltungsgericht Münster hat dem Dortmunder Oberbürgermeister Westphal (SPD) letztinstanzlich ins Stammbuch geschrieben, dass er die Meinungsfreiheit respektieren muss und den Vortrag von Daniele Ganser am 27. März nicht verhindern darf.

21.3.23 Eine Rede über die Wichtigkeit des Diskutierens von Claire Fox, nicht-erbliche Abgeordnete des House of Lords, wurde auf studentischen Druck von der University of London zensiert. Sie hatte einen Sketch über „altmodische Frauen mit Gebärmutter“ weiterverbreitet. Sie gehört im Parlament derzeit zu den Gegnern der Verwässerung eines geplanten Gesetzes, das gecancelten Rednern Anspruch auf Schadensersatz geben würde.

18.3.23 An der Uni Bonn wird es eine Ringvorlesung zur Entlassung von Professorin Ulrike Guérot geben. Es ist dies laut Ankündigungstext erst die zweite solche Entlassung durch die Uni Bonn. Die erste widerfuhr 1935 dem Theologen Karl Barth, der den Eid auf Hitler verweigerte.

18.3.23 Denkraum zu! Eine Veranstaltung der Reihe Denkraum in Berlin-Pankow wurde abgesagt. Die Veranstalter: „Leider müssen wir euch mitteilen, dass die Filmmatinee in der Brotfabrik, am Sonntag, dem 19.3.23 abgesagt werden muss. Die Brotfabrik empfing ein Ansturm der Entrüstung von Journalisten u.a. des Tagesspiegels, über unser Vorhaben, die zwei Dokumentationen über den Ukrainekrieg von der deutsch/russischen Journalistin Alina Lipp zu zeigen.“ Sie hätten Angst gehabt, dass Gegner die Veranstaltung stürmen würden.

16.3.23 Nachdem der Lead-Autor der Cochrane-Maskenstudie, Norman Fenton (s.u), in der Richie Allen Radio Show zu Gast war, sperrte Microsoft Richie Allen die Skype- und E-Mail-Konten „wegen Beschwerden“ ohne nähere Angaben.

10.3.23 Dortmund darf laut Beschluss des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen einen Auftritt des Friedensforschers Daniele Ganser nicht verhindern. Die SPD-regierte Stadt geht in Berufung, weil, so die Stadt, „Veranstaltungen von und mit Herrn Dr. Ganser regelmäßig für Unruhen und polarisierende Debatten sorgen.“

1.3.23 Boris Reitschuster beschreibt auf seinem Blog die haarsträubende Geschichte, wie er aufgrund einer Anzeige des WDR eineinhalb Jahre lang von Polizei und Justiz schikaniert und ins Ausland vertrieben wurde.

28.2.23 Nach einer Umfrage bei 1500 US-Universitätsangestellten hat gut die Hälfte Sorge, ihren Job wegen aktueller oder früherer Äußerungen zu verlieren, ein Drittel gab an, häufig das Gefühl zu haben, wegen der möglichen Reaktion von Studenten und Kollegen nicht sagen zu können, was sie wirklich denken.

27.2.23 Hunderte US-Zeitungen haben den Comic „Dilbert“ von ihren Seiten verbannt, weil Autor Scott Adams eine Umfrage unter Dunkelhäutigen kommentierte. Er bezeichnete Dunkelhäutige als Hate Group, weil die Hälfte der Befragten der Aussage „es ist okay weiß zu sein“ nicht zustimmte.

24.2.23 Die Stadt Frankfurt hat beschlossen, zusammen mit Messe-Mitgesellschafter Hessen den Vertrag für das Konzert von Roger Waters (Pink Floyd) wegen dessen Kritik an Israels Siedlungs- und Besatzungspolitik zu kündigen.

24.2.23 Die Universität Bonn hat Professorin Ulrike Guérot zum 31.3. gekündigt, ihrzufolge wegen Plagiatsvorwürfen. Amt und Professorentitel behält dagegen selbstverständlich Karl Lauterbach, trotz einer Unzahl von Ungereimtheiten in seinem Lebenslauf und seinen Uni-Bewerbungen.

9.2.23 Das Kulturzentrum der Universität Groningen (Niederlande), hat die Aufführung von „Warten auf Godot“ verboten, weil die fünf Männerrollen nach Vorgaben des Autors Samuel Beckett nur mit Männern besetzt werden dürfen.

8.2.23 Nürnbergs Oberbürgermeister König (CSU) hat mitten im Kartenvorverkauf die Meistersingerhalle für den Auftritt des Historikers und angeblichen Putin-Verstehers Daniele Ganser am 10. Mai gekündigt. Gleiches hat das rotgrüne Dortmund mit dem für 27. März geplanten Auftritt Gansers in der Westfalenhalle getan. Münchens OB Reiter (SPD) und Frankfurts Planungsdezernent und OB-Kandidat Josef (SPD) wollen geplante Konzerte des angeblichen Antisemiten und Putin-Untersützers Roger Waters (Pink Floyd) verhindern. In Polen ist das bereits geschehen. In Chemnitz will eine grüne Stadträtin den Auftritt des angeblich antisemitischen Kabarettisten Uwe Steimle verhindern. Telegram sperrt jetzt Kanäle, die Inhalte des in Deutschland verbotenen Senders RT verbreiten.

 

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