Cancel-Culture-Tagebuch

Seit Februar 2023 dokumentiere ich Vorkommnisse, bei denen Personen, die Unbotmäßiges äußern, aus dem öffentlichen Leben entfernt werden (sollen), indem von einer aggressiv-intoleranten Minderheit (seltener Mehrheit) Druck auf Veranstalter oder Arbeitgeber ausgeübt wird, Veranstaltungen mit diesen Menschen abzusagen, oder ihnen zu kündigen. Diese Vorkommnisse sind nur die Spitze eines Eisbergs. Von den in vorauseilendem Gehorsam erfolgenden Nicht-Zusagen erfahren in der Regel allenfalls die Betroffenen und ihr näheres Umfeld. Ein eng verwandtes Thema, Kündigung der Bankkonten von regierungskritischen Medien und aus politischen Gründen hat das Magazin Multipolar dokumentiert. Ein Resümee der ersten sechs Monate Cancel-Tagebuch finden Sie hier

30.7.26: Das Kunstmuseum Bochum hat, offenbar auf Druck der Stadt, ein politisches Klassikkonzert mit Redebeiträgen zu Wohnungsnot und Verdrängung abgesagt, weil das Orchester Lebenslaute nicht auf explizite Kritik an Vonovia verzichten wollte.

21.7.26: Studentenverbände der Uni Düsseldorf haben dazu aufgerufen, eine Vorlesung der Psychologie-Professorin Ute Johanna Bayen zu Trans-Ideologien zu stören und gefordert, die Professorin zu entlassen. | Mehr Kurzmeldungen:

6.6. 26: Die ETH Zürich hat die Lern- und Lehrkurse von Esther Ziegler nach Beschwerde EINER Studierendenperson über nicht geschlechtergerechte Sprache gecancelt.

6.6. 26: Die Kunsthochschule Burg Halle hat die Lesung von Fabian Goldman aus „Staatsräsonfunk: Deutsche Medien und der Genozid in Gaza“ aus „Sicherheitsgründen“ gecancelt.

21.5.26: Das in prüder schwarz-grüner Kooperation regierte Erlangen hat „Skandal im Sperrbezirk“ von Spider Murphy Gang und einige frivole Partyhits wegen Sexismus für die Bergkirchweih auf den Index gesetzt.

25.4.26: Der Spitzenkandidat der AfD für die Kreistagswahl in Nienburg-Schaumburg (Niedersachsen) ist aus der Partei ausgetreten und von seiner Kandidatur zurückgetreten, nachdem die Restaurants seiner Söhne boykottiert wurden.

24.4.26: Kayvan Soufi-Siavash (aka Ken Jebsen) musste laut seinem Tickevermarkter Krasser Guru für seinen Auftritt in Niebüll kurzfristig einen neuen Veranstaltungsort finden. Der Schleswig-Holsteinsiche Zeitungsverlag und die Antifa hatten den Auftritt skandalisiert, woraufhin der Eigentümer der Location dem Pächter mit Kündigung drohte.

25.3.26: Die EU-Kommission hat angedroht, der Biennale in Venedig die Fördermittel zu streichen, wenn sie russische Künstler nicht auslädt.

25.3.26: Verschiedene Ökonomen haben via Handelsblatt andere Ökonomen scharf angegriffen, weil sie auf einer Tagung der Hayek-Gesellschaft auftreten, auf der auch der Corona- und Klima-Maßnahmenkritiker Stefan Homburg auftritt.

4.3. 26: Nach Intervention der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hat die Stuttgarter Landesregierung dem Württembergischen Kunstverein kurz vor Beginn die zugesagten Fördermittel für ein Symposium gestrichen. Thema: Die Freiheit von Kunst und Wissenschaft.

23.1.26: Auf Betreiben der ukrainischen Botschaft haben die Mannheimer Philharmoniker den russischen Geiger Vadim Repin ausgeladen, wie zuvor schon Florenz. In der Schweiz darf Repin spielen

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