Bill Gates erklärt Pandemiebekämpfung zur neuen Normalität

28. 01. 2021 | Hören | Der zweitreichste Mensch der Welt, Microsoft-Gründer Bill Gates, stimmt uns im „Jahresbrief“ seiner Stiftung darauf ein, dass wir uns an Pandemiebekämpfung als Normalzustand gewöhnen und unsere alten Freiheiten für immer vergessen sollen.

Gates Beitrag „Es ist nicht zu früh, um an die nächste Pandemie zu denken“, ist Teil des Jahresbriefs den er und seine seiner Frau Melinda als Ko-Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Stiftung jedes Jahr veröffentlichen.

Alle wollten von ihm wissen, wann die Welt wieder zur Normalität zurückkehren wird, schreibt er und äußert volles Verständnis für diese Wunsch, doch leider:

Die unglückliche Realität ist, dass COVID-19 vielleicht nicht die letzte Pandemie ist. Wir wissen nicht, wann die nächste Pandemie ausbricht oder ob es eine Grippe, ein Coronavirus oder eine neue Krankheit sein wird, die wir noch nie gesehen haben. (…) Die Bedrohung durch die nächste Pandemie wird immer über unseren Köpfen schweben – es sei denn, die Welt unternimmt Schritte, um sie zu verhindern.“

Und weil eine mögliche Grippepandemie nicht furchterregend genug ist, setzt er hinzu:

So beängstigend es auch ist, sich das vorzustellen, die nächste Pandemie könnte sogar das Ergebnis von Bioterrorismus sein. (…) Um zu verhindern, dass sich das Unglück des letzten Jahres wiederholt, muss die Pandemievorsorge so ernst genommen werden wie die Kriegsgefahr. Aber es ist möglich, eine Diagnostik aufzubauen, die sehr schnell eingesetzt werden kann. Ich bin zuversichtlich, dass wir bei der nächsten Pandemie so genannte Mega-Diagnoseplattformen haben werden, mit denen wir jede Woche bis zu 20 Prozent der Weltbevölkerung testen können.“

Gates dürfte Recht haben, nach den Maßstäben, die wir in dieser Pandemie gelernt haben. Wenn man auf Teufel komm raus auf alles Mögliche testet, wird die nächste potentielle Pandemie, vor der man Angst haben und Panik schüren kann, nie weit sein. In Gates Worten:

Die Welt braucht auch feldbasierte Fähigkeiten, die ständig auf beunruhigende Krankheitserreger überwachen und bei Bedarf sofort in Gang gesetzt werden können. (…) Erstens müssen wir Krankheitsausbrüche erkennen, sobald sie auftreten, egal wo sie auftreten. Das erfordert ein globales Alarmsystem, das wir heute nicht in großem Umfang haben. Das Rückgrat dieses Systems wären diagnostische Tests. Nehmen wir an, Sie sind Krankenschwester in einer ländlichen Klinik. Sie bemerken, dass mehr Patienten mit Husten kommen, als Sie für diese Jahreszeit erwarten würden, oder vielleicht sogar, dass mehr Menschen sterben als normal. Also testen Sie auf häufige Krankheitserreger. Wenn keiner von ihnen positiv getestet wird, wird Ihre Probe an einen anderen Ort geschickt, um für weitere Untersuchungen sequenziert zu werden. Wenn sich Ihre Probe als ein superinfektiöser – oder völlig neuer – Erreger herausstellt, tritt eine Gruppe von Ersthelfern für Infektionskrankheiten in Aktion. Stellen Sie sich dieses Korps als eine Pandemie-Feuerwehr vor.“

Auch die verschiedenen Pandemie- Vorbereitungsspiele wie „Event 201„, „Clade X“ und „Spars„, die Verschwörungstheorien um Corona Vorschub leisteten, weil ihre Szenarien teilweise so nah an dem waren, was uns später heimsuchen sollte, sollen Teil der neuen Normalität werden:

Um zu lernen, wie man diese Ersthelfer am besten einsetzt, muss die Welt regelmäßig Keimspiele durchführen – Simulationen, die es uns ermöglichen, zu üben, zu analysieren und zu verbessern, wie wir auf den Ausbruch von Krankheiten reagieren, so wie Kriegsspiele es dem Militär ermöglichen, sich auf die reale Kriegsführung vorzubereiten.“

Die frohe Botschaft von Gates ist: Wir haben die neue Normalität schon eingeübt. Wir müssen nichts Neues lernen, lediglich unsere alten Freiheiten gänzlich vergessen:

Die Welt versteht jetzt, wie ernst wir Pandemien nehmen sollten. Niemand muss mehr davon überzeugt werden, dass eine Infektionskrankheit Millionen von Menschen töten oder die Weltwirtschaft lahm legen könnte. Der Schmerz des vergangenen Jahres wird sich für eine Generation in das Denken der Menschen einbrennen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine breite Unterstützung für Bemühungen sehen werden, die sicherstellen, dass wir nie wieder eine solche Notlage erleben müssen.“

Dass Gates das freut, ist klar. Er ist ja auch eine treibende Kraft hinter Initiativen wie ID2020, die darauf abzielen, jedem Erdenbürger einen biometrisch unterlegten digitalen Identitätsnachweis aufzudrücken, den man für alles braucht, wofür man sich ausweisen muss.

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Was gibt es besseres für so ein Projekt als eine Dauerserie von drohenden oder tatsächlichen Epidemien, die dazu führen, dass niemand mehr in einen Zug steigen oder eine Veranstaltung besuchen darf, der sich nicht mit einem maschinenlesbaren, biometrischen Impfausweis als domestiziertes Exemplar der an sich hochgefährlichen Gattung Mensch ausweisen kann.

Von der Leyen als Kofferträgerin

Auch bei der EU-Spitze ist die Botschaft angekommen und wird von dort eifrig weiterverbreitet. Kommissionspräsidentin von der Leyen warnte vor gut zwei Wochen vor einer kommenden „Ära der Pandemien“. Am 26. Januar kündigte sie die Gründung einer neuen Behörde mit dem schönen Namen „Hera“ an, die künftige Pandemien besser erkennen und die Bekämpfung koordinieren soll – und die Verteilung großer Geldbeträge an die Konzerne koordinieren.

Denn Kern von Hera soll die Zusammenarbeit von öffentlichen Institutionen und Unternehmen sein. Man müsse die Innovationskraft und die Fähigkeiten der Privatwirtschaft zusammenbringen mit der Langfristperspektive, Verlässlichkeit und der Finanzierung durch den öffentlichen Sektor, forderte von der Leyen in ihrer Videobotschaft. Diese richtete sich passender Weise an das Weltwirtschaftsforum und die dort vertretenen Großkonzerne und Milliardäre.

Hera soll die Zusammenarbeit von Technologie- und Pharmakonzernen, Start-ups und Behörden wie die EU fördern. Zu Hera hat Wikipedia Interessantes zu erzählen. Sie stammt aus der griechischen Mythologie und ist nicht nur die Schwester, sonder auch die Gattin von Zeus. Sie wird folgendermaßen charakterisiert:

Hera beobachtet eifersüchtig die zahlreichen Liebschaften von Zeus und bekundet ihren Ärger durch Schmollen oder Gezänk. Zu tätigem Widerstand fehlt ihr jedoch der Mut; droht er ihr, so lenkt sie schnell ein.“

Wenn das nicht das Verhältnis von EU und Großkonzernen äußerst treffend beschreibt! Denken wir etwa an das Schmollen und Gezänk weil der Pharmakonzern Astra Zeneka die vereinbarten Impfdosen nicht liefert, weil er lieber das Heimatland Großbritannien ungekürzt bedient. Und das, nachdem die EU ihre Unterwürfigkeit gegenüber den Pharmakonzernen bewiesen hatte, indem sie, zusammen mit den Mitgliedstaaten, viele Milliarden Euro zur Subvention der Impfstoffentwicklung eingesammelt hatte, die auf intransparenten Wegen und Weisen auf die Pharmakonzerne verteilt wurden.

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Auch bei den digital-biometrischen Impfpässen, die sich Gates so sehnlich wünscht für die Ära der Pandemien, wird die EU tätig mithelfen. Ganz im Gegenteil. Daran wird schon intensiv gearbeitet.

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