Wie die Affäre um Weimars Corona-Daten die Maßnahmen als unnötige Schikanen entlarvt

28. 10. 2021 | Weil der Weimarer Oberbürgermeister zwischenzeitlich die Informationen über den Impfstatus von Krankenhauspatienten unterdrücken wollte, bekommen wir jetzt aus Weimar wöchentlich Informationen darüber, wer wegen und wer nur mit Corona ins Krankenhaus kommt. Die Zahlen entlarven die Pandemie-Maßnahmen in Thüringen und ganz Deutschland.

Seit dieser Woche gibt es – wie berichtet – den Corona-Wochenbericht der Stadt Weimar mit Informationen darüber, ob neu Hospitalisierte wegen oder nur mit Corona ins Krankenhaus aufgenommen werden.  Grund der erhöhten Transparenz ist der missglückte Versuch des Oberbürgermeister, Informationen über den Impfstatus von Krankenhauspatienten zu unterdrücken, um nicht „Corona-Leugnern“ und „Impfgegnern“ in die Hände zu spielen.Die Informationen zum Wegen-oder-mit sollen zeigen, dass die meisten der geimpften „Corona-Patienten“ im Krankenhaus aus anderem Grund als Corona im Krankenhaus sind.

Das zeigen sie tatsächlich. Und noch mehr. Wir erfahren, dass in der Stadt bei einer 7-Tageinzidenz von damals knapp 300 innerhalb einer Woche nur zwei Menschen wegen Covid ins Krankenhaus aufgenommen werden mussten. Einer war geimpft, einer nicht. Fünf weitere wurden positiv getestet, waren aber nicht krank, erfuhren zum Teil erst bei der Aufnahme ins Krankenhaus von ihrem positiven Corona-Status.

Die bis 12jährigen, die alle nichtgeimpft sind die bis 17järhigen, die überwiegend nichtgeimpft sind, stellen zusammen rund 40 Prozent der Neuinfektionen in Weimar. Von diesen musste niemand in der Berichtswoche wegen Covid ins Krankenhaus.

Dem stelle ich einen Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 27.10. „Druck auf Ungeimpfte in Thüringen steigt“ über die Corona-Maßnahmen in Thüringen gegenüber – erschienen am Morgen der Veröffentlichung dieses Corona-Wochenberichts. Darin heißt es:

Angesichts der steigenden Zahl von Covid-19-Patienten und Corona-Neuinfektionen gilt in nahezu allen Thüringer Regionen die 3G-Regel. (..) Das heißt, dass in allen öffentlichen Gebäuden, Hotels, Gaststätten oder Sportstätten neben vollständig Geimpften und Genesenen nur Menschen mit einem aktuellen, negativen Corona-Test eingelassen werden.“

Diesen Test müssen sie selbst bezahlen, was nicht erwähnt wird. Außerdem gelte ab Samstag eine „verschärfte Landesverordnung“, die das 3G-Modell am Arbeitsplatz für alle Beschäftigten mit Kundenkontakt (z.B. Kellnerinnen, Verkäufer) verpflichtend macht. Die Option, per 2G-Modell Nichtgeimpfte ganz auszusperren, werde auf Gaststätten und viele andere Einrichtungen ausgeweitet. Als Belohnung für das Aussperren der Parias winkt die Befreiung von der Maskenpflicht.

Zurück zur Begründung für diese Maßnahmen, die Nichtgeimpfte Menschen weitgehend vom öffentlichen Leben ausschließen: „Steigende Zahl von Covid-19-Patienten und Corona-Neuinfektionen“.

Die 7-Tagesinzidenz in Thüringen liegt bei 260, niedriger als in der Woche des Weimarer Berichts in der Stadt Weimar. Bei einer höheren Inzidenz als der Thüringer mussten in Weimar in einer Woche ganze zwei Menschen wegen Covid ins Krankenhaus, einer davon vollständig geimpft. Wenn so die Krankenhausnotlage als Rechtfertigung für einschneidende Grundrechtseinschränkungen aussieht, und wenn so die Rechtfertigung aussieht, allein die Nichtgeimpften zum Zielobjekt der Corona-Maßnahmen zu machen, dann sieht das Ganze wie willkürliche Schikane aus – mit dem alleinigen Ziel, die Impfquote durch Grundrechtsentzug für Nichtgeimpfte zu steigern.

Und das in einer Zeit, in der die gesellschaftliche Schutzwirkung der Impfung immer fragwürdiger wird, um es sehr zurückhaltend auszudrücken. Es wird nur noch damit geworben, dass die Impfung individuell vor einem schweren Krankheitsverlauf schütze, und selbst diese Schutzwirkung scheint eher kurzlebig zu sein. Von der Behauptung, die Impfung reduziere das Ansteckungsrisiko und schütze somit die Gemeinschaft, ist kaum etwas übriggeblieben.

Wir sind gespannt auf die weiteren Wochenberichte und hätten solche Informationen gern aus dem ganzen übrigen Deutschland.

Nachtrag 29. 10. 2021: Sie können mithelfen, mehr Transparenz zu erzwingen

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