Der abschüssige Weg zur bargeldlosen Gesellschaft

21.9.23: Die Kölner Philharmonie, getragen von der Stadt Köln und dem WDR, erlaubt keinen Konzertbesuch von Barzahlern. Mitzahlen dürfen sie als Steuer- und Rundfunkbeitragszahler aber schon. Man fragt sich, welches öffentliche Interesse die sogenannte Abend-„Kasse“ daran hindert, das zu tun, was jede Tankstellenkasse tut, Geld entgegennehmen.

18.9.23: Bargeldverteidigung: Irlands Auto-Tüv wollte Barzahlung ausschließen, bekam das aber von der Regierung verboten, nachdem die Öffentlichkeit dagegen sturmgelaufen war.

21.8.23: Die britische Regierung plant laut Sky News, größeren Banken eine strafbewehrte Verpflichtung aufzuerlegen, allen Bürgern in höchstens drei Meilen (knapp 5km) Entfernung eine Bargeldbezugsmöglichkeit zu bieten.

12.7.23 Der Hamburger Verkehrsverbund nimmt ab Jahresende in Bussen kein Bargeld mehr an. Immerhin soll es eine an vielen Verkaufsstellen erhältliche anonyme Prepaid-Karte geben.

9. 7.23 Bargeldverteidigung: Obwohl es schon im Vorjahr Probleme mit dem Netz und damit beim Bezahlen mit elektronischem Bankengeld gegeben hatte, ließen die Veranstalter des Panama Open-Air Festivals in Bonn wieder keine Barzahlung zu und wieder ging eine Stunde lang gar nichts, bis sie verspätet dann doch Barzahlung zuließen. Nächstes Jahr wollen sie auf ein internetunabhängiges Bezahlverfahren setzen. Mir fällt da eines ein.

28.6.23 Bargeldverteidigung: Bei Müllers Gasthof in Radeberg bekommen Barzahler 3,5% Rabatt. Der Inhaber hat das von Gasthöfen in Österreich abgeschaut und sagt, die Marketing-Maßnahme komme super an.

20.6.23: Das Kreditkartenunternehmen Mastercard bezahlt den Veranstalter der Stuttgart Jazz „Open“ dafür, diese für Barzahler und ihr Geld zu schließen. Bezahlt werden können Karten, Verpflegung und „Merchandise“ nur mit digitalem Geld, selbstverständlich ausschließlich zum Wohle der Besucher.

13.6.23: Das Hotel „Lippischer Hof“ in Bad Salzuflen möchte seit dem 1.6.2023 keine barzahlenden Gäste mehr beherbergen. Begründung: keine.

13.6. 23: Innenministerin Faeser (SPD) fordert eine Barzahlungsobergrenze von „deutlich unter 10.000 Euro“.

13.6.23: Das Landratsamt Ortenaukreis (B.-W.) nimmt an der von ihm betriebenen Deponie das gesetzliche Zahlungsmittel nicht mehr an.

7.6.23: Einerseits hat die Schweizer Gastronomiekette FWG (Negishi Sushibar, Miss Miu, Nooch Asian Kitchen, The Butcher) mitgeteilt, dass Barzahler ab Herbst nicht mehr willkommen sind. Andererseits wurde der Plan der Schweizer Gemeinde Hinwil ZH, Parkuhren ohne Barzahlungsmöglichkeit einzuführen auf Bürgerbeschwerden hin vom Bezirksrat untersagt.

30.4.23 Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Chemnitz (ASR) nimmt an den Wertstoffhöfen der Stadt nur noch Bankkarten oder die überwachungsintensiven Bezahllösungen der US-IT-Konzerne an.

26.4.23 Auch das Dorint Hotel Alzey/Worms möchte seit Jahresanfang keine Barzahler mehr beherbergen.

18.3.23 Das Dorint-Parkhotel in Siegen möchte keine Barzahler mehr beherbergen. Kontaktformular. Ebensowenig das Parkhotel Berghölzchen in Hildesheim,

15.3.23 Bargeldabschaffung: Im AStA-Café der Folkwang Uni der Künste in Essen kann man ab 1.4. zwar mit dem Geld der übelsten Datenkrake Paypal, aber nicht mehr mit Bargeld bezahlen. Der Allgemeine Studentenausschuss informiert die Studentinnen und Studenten auch, warum das angeblich toll für sie ist: schneller, bequemer und praktischer; hygienischer, da kontaktlos; Ausgaben sind nachträglich transparent nachvollziehbar; umweltfreundlicher; sichere Transaktion; keine Suche nach Geldautomaten. Kontakt: asta@folkwang-uni.de; Geschäftsführerin: Monira Helmy; tel.: 0201-4903-301

9.3.23 Bargeldabschaffung: Der Zweckverband Region Schwäbische Alb schreibt auf Protest eines Lesers: „Wir haben uns entschieden, dass auf dem Parkplatz beim Bahnhof Merklingen kein Bargeldverkehr erfolgen soll. da wir keine Personen anlocken wollen, die diese Bargeldbereiche aufbrechen oder beschädigen. Wir sind bei diesem Weg in die digitale Zukunft nicht allein und stellen fest, dass dies in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens inzwischen Standard ist oder derzeit Standard wird.“ Man gehe davon aus, dass PKW-Nutzer und Pendler ein Bankkonto haben.

5.3.23 Freiburg sperrt per „Smartes Bezahlen“, also durch Beseitigung der Barzahlungsoption und automatische Kennzeichenerfassung, Barzahler und Kontolose und Menschen, die nicht gern überwacht werden, aus Parkhäusern aus. Das werde das Parken einfacher machen, so Matthias Müller, Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau, Am Karlsplatz 2, 79098 Freiburg, Tel: 0761/2105-0, info@fsb-fr.de.

4.3.23 Der Petitionsausschuss des britischen Unterhauses hat eine Parlamentsdebatte zu zwei Petitionen angesetzt, wonach alle Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen verpflichtet werden sollen, Bargeld anzunehmen.

4.3.23 Der „Verband Region schwäbische Alb“, vertreten durch Bürgermeister Klaus Kaufmann, Bahnhofstraße 26, 89150 Laichingen, Tel.07333-8510, schließt Menschen ohne Bankkonto von der Nutzung des Parkplatzes am neuen Bahnhof Merklingen aus. Nicht einmal eine Guthabenkarte wird angeboten. Außerdem werden die Kennzeichen aller einfahrenden Fahrzeuge automatisch erfasst.

1.3.23 Die Volks- und R.-Banken haben in den letzten beiden Jahren 1.800 Geldautomaten abgebaut, die Sparkassen allein 2021 gut 1.000. Auch Deutsche Bank und Commerzbank bauen ab, berichtet das Handelsblatt. Außerdem sperren nun viele Banken und Sparkassen nachts den Zugang zu den Automaten.

8.2.23 Von Bargeldfreunden gemieden werden möchten die Bäckereikette Bayer (Neu-Ulm), Bayern München (laut Thilo Koch keine Karten für zweite Mannschaft gegen Bares) und die Gastronomiekette Gosch Sylt (laut Jan Sendelbach seit 1.2. nur noch Kartenzahlung am Standort Hamburg).

10.2.23 Die Sonnenstudio-Kette Sunpoint möchte von Bargeldfreunden gemieden werden. Laut Auskunft des Unternehmens nehmen zwar nicht alle, aber „etliche“ Studios kein Bargeld mehr an, weil das einfacher sei.

3.2.23 Nach Gravis möchte auch Freenet von Bargeldfreunden boykottiert werden, weil sie Bargeldannahme verweigern. Was Protest und Boykott bewirken können, zeigen die Berliner Busse, in denen man seit kurzem nun wieder mit Bargeld bezahlen kann.

13.1.23 Das Mighty Twice Hotel in Dresden nimmt seit Jahresanfang kein Bargeld mehr an. Auf der Netzseite des Hotels liest man davon aber nichts. So stolz ist man dann wohl doch nicht, auf seine fortschrittliche Idee. Wenn sich zu viele Gäste beschweren sollten, will man es sich nochmal überlegen. Also…

13.11.22 SPD bleibt Rolle als bargeldfeindlichste Partei treu: Innenminiserin Nancy Faeser will Bargeldobergrenze von 10.000 Euro.

7.6.22 Deutsche Bank will laut FAZ, mittelfristig in den Filialen kein Bargeld mehr anbieten, sondern nur noch am Automaten. Man darf gespannt sein, wie sie ihre Schuld begleichen will, wenn Kunden ihr Konto auflösen oder große Beträge abholen wollen.

3.5.22 Beim Stadtfest von Luzern ist kein Bargeld erlaubt. Hauptsponsor ist eine Bank.

11.3.22 In Belgien ist es Geschäften ab 1. Juli durch ein Anti-Bargeld-Gesetz verboten, auf das einzige gesetzliche Zahlungsmittel zu bestehen.

24.1.22 Tegut will in Hessen, B.-W. und Bayern Hunderte totalüberwachte Läden ohne Bargeld und Personal aufmachen. Bitte da nicht reingehen

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