Das RKI täuscht, um die Inzidenz-Propaganda zu unterfüttern, und erklärt die Teststrategie für gescheitert

1.04.2021 | Während für jeden denkenden Menschen offensichtlich ist, dass die starke Ausweitung der Schnell-, Selbst- und PCR-Testungen einen beträchtlichen Einfluss auf die sogenannte 7-Tage-Inzidenz hat, erweckt das Robert-Koch-Institut den Eindruck, das Gegenteil sei der Fall. Das aber würde bedeuten, dass die Massentest-Strategie gescheitert wäre.

Seit einigen Wochen, seit millionenfach Schnell- und Selbsttests eingesetzt werden, werden wir Tag für Tag mit der steigenden Anzahl der positiv Getesteten und der davon direkt abgeleiteten 7-Tage-Inzidenz traktiert, während praktisch alle anderen, relevanteren, Indizien für die Gesundheitslage der Nation ausgeblendet werden.

Trotz Rückgang der Sterbefälle wird mit Testausweitung weiter an der PCR-Inzidenzpanik gearbeitet

Das RKI tritt seither dem Eindruck entgegen, dass die starke Testausweitung eine bedeutende Rolle bei der Zunahme der positiv Getesteten spielt. Erst am 31.3. wieder hat die Behörde unter großer medialer Aufmerksamkeit ihre “Fragen und Antworten” aktualisiert, vor allem in Hinblick auf die Frage: “Werden die Meldedaten durch die wachsende Anzahl an Schnelltests verzerrt?”

Die ehrliche Antwort wäre: ‘Wir wissen es nicht.’ Die ganz ehrliche Antwort wäre: ‘Wir können es nicht sicher sagen, aber es spricht einiges dafür.’ Tatsächlich aber schreibt das RKI eine lange, irreführend vernebelnde Antwort auf die Leitfrage, die man am besten von hinten liest. Man kann sie so übersetzen:

Wenn alle, die sich selbst testen und ein positives Ergebnis bekommen, so selbstlos verrückt wären, sich beim Gesundheitsamt als Verdachtsfall anzuzeigen, bevor sie einen PCR-Test zur Kontrolle machen, wenn auch alle Labore und Testzentren alle positiven Testergebnisse meldeten, wenn außerdem die Gesundheitsämter all diese Selbstanzeigen und Anzeigen durch Labore vollständig aufnehmen, verarbeiten und an das RKI weitergeben könnten und würden, dann könnte man aus den vorliegenden Zahlen schließen, dass es keine nennenswerte Verzerrung gibt:

Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der positive Befund bei einem Antigenschnelltest als Verdacht auf eine COVID-19 Erkrankung meldepflichtig an das Gesundheitsamt. Die an die Gesundheitsämter gemeldeten Daten werden an das RKI gemäß Falldefinition übermittelt. In den Lageberichten und anderen Daten-Publikationen (z.B. Dashboard) des RKI werden jedoch nur die mit PCR bestätigten Fälle ausgewiesen (nach Referenzdefinition).

Von allen positiven Antigennachweisen, die an das RKI übermittelt wurden, wurde bei 65% eine PCR-Bestätigung angegeben. Der Anteil von allen die Referenzdefinition erfüllenden, also PCR-bestätigten Fälle, für die ein vorangehender positiver Antigentests vorliegt, lag in KW 5 bis einschließlich KW9 konstant bei ca. 3,5%. Seit KW10 steigt dieser Anteil leicht von 4,4% in KW10 auf 5,5% in KW11 und 6,0% in KW12 an. Der Anstieg des Anteils der Antigennachweise kann jedoch nicht allein den deutlichen Fallzahlanstieg begründen. Während die COVID-19-Fallzahlen von KW 10 auf KW11 und KW11 und KW12 um über 20.000 Fälle angestiegen sind, ist die Anzahl der PCR-bestätigten Fälle, bei denen ein Antigennachweis angegeben wurde, nur um jeweils ca. 1.800 gestiegen.

Aus den dem RKI nach IfSG vorliegenden Daten lässt sich daher keine Verzerrung der Anzahl PCR-positiver Testergebnisse durch eine übergroße oder stark ansteigende Anzahl von positiven Antigentests nachweisen. Einschränkend muss gesagt werden, dass über die Vollständigkeit der den Gesundheitsämtern gemeldeten positiven Antigennachweise keine Aussage gemacht werden kann.

Stand: 31.03.2021

Die Hauptaussagen finden sich im letzten Absatz und heißen, dass sich keine Verzerrung nachweisen lässt, und dass das daran liegt, dass man keine verlässlichen Zahlen hat.

Indizien dagegen gibt es zuhauf. Zum Beispiel die Tatsache, dass mit Beginn der Massentests an Schulen die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen geradezu explodiert ist. Mit zunehmendem Alter ist immer weniger von der dritten PCR-Welle zu sehen, was daran liegen dürfte, dass seit Einführung der Massenschnell- und -selbsttests vor allem die jüngeren Altersgruppen, die vorher viel weniger getestet wurden, nun ohne Symptome massenhaft getestet werden, wenn sie in die Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen wollen. Bei den Alten, die viel weniger in dieses Test-Schleppnetz geraten, auch, weil sie als Geimpfte keinen Grund mehr sehen, sich testen zu lassen, ist die Inzidenz sehr niedrig.

RKI stellt implizit den Fehlschlag der Teststrategie fest

Erklärtermaßen soll die Testausweitung dazu dienen, die Dunkelziffer der unerkannt Positiven zu verkleinern. Wenn das erfolgreich wäre, würde das per Definition eine Verzerrung der PCR-Inzidenz nach oben bedeuten. Was das RKI durch manipulative Formulierungen als Schluss nahelegt, wäre also gleichbedeutend mit: ‘Die Strategie der Testausweitung ist ein Fehlschlag. Man findet durch die zusätzlichen Schnell- und Selbsttests kaum Positive, die man nicht auch ohne sie gefunden hätte.’ Das wäre ziemlich ungünstig. Aber es stimmt natürlich nicht.

Das RKI und sein Präsident machen sich mit ihrer Informationspolitik schamlos zum Affen einer allein auf Lockdowns fixierten Regierung.

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