Kurzarbeitergeld wird für die einen zu wenig, für die anderen zu viel aufgestockt

25. 04. 2020 | Die Koalition hat beschlossen, ab dem vierten Monat das Kurzarbeitergeld um zehn Prozentpunkte auf 70 bzw. 77 Prozent des Nettolohnverlustes aufzustocken. Auf Basis einer aktuellen Studie schreibe ich im Handelsblatt, dass das für Geringverdiener zu wenig ist, während Gutverdiener schon jetzt auf Ersatzraten von 80 Prozent kommen können und auch aus diesem Grund nicht unbedingt eine Aufstockung brauchen.

Lorenz Jarass von der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden hat Kurzarbeitergeld und Steuerrückerstattung infolge der Kurzarbeit bei der Jahressteuererklärung zusammengerechnet, und kam je nach Fallkonstellation zu effektiven Ersatzraten für den Nettolohnverlust von 67 bis 81 Prozent. Am schlechtesten kommen Geringverdiener weg, am besten gut verdienende Verheiratete mit gut verdienenden Ehepartnern und Kind.

Ein weiteres Ergebnis der Berechnungen von Jarass ist, dass Mitarbeiter, die drei Monate auf Kurzarbeit Null gesetzt werden, sich besser stellen, als diejenigen, die sechs Monate auf Kurzarbeit 50 Prozent gesetzt werden.

Zum Handelsblatt-Beitrag: “Geringverdiener kommen beim Kurzarbeitergeld am Schlechtesten weg