Union Berlin und Eintracht Frankfurt zeigen Haltung und lassen entgegen behördlicher Anreize nicht geimpfte Fans zu

22. 09. 2021 | Wenn sie nicht geimpfte Fans ohne Freitestmöglichkeit ausschließen, bekommen Fußballvereine von Gesundheitsbehörden die Erlaubnis, viel mehr Zuschauer ins Stadion zu lassen. Mindestens zwei Vereine machen das nicht mit. Der Präsident von Union Berlin wählt besonders deutliche Worte.

Spiele von Borussia Dortmund schaue ich mir nicht mehr an, obwohl ich sehr gern Erling Haaland beim Davonrennen mit Ball bewundert habe, seit der Verein so bereitwillig und schnell auf den diskriminierenden 2G-Zug aufgesprungen ist. Um so mehr drücke ich jetzt meinem Heimatverein Eintracht Frankfurt und insbesondere Union Berlin die Daumen.

Beide Vereine verzichten auf die von den Gesundheitsämtern angebotenen zusätzlichen Zuschauerkapazitäten um ihre Fangemeinde nicht in Geimpfte und Nichtgeimpfte trennen und die Letzteren ausschließen zu müssen. Union-Präsident Dirk Zingler hatte bereits am vorigen Mittwoch in einer Mitteilung klargestellt, dass es für den Verein nicht vorstellbar sei, Menschen „die nicht geimpft werden können oder sollen, den Zutritt zu den Spielen unserer Mannschaft zu verweigern.“ Einen Ausschluss „großer Teile der Bevölkerung vom gesellschaftlichen Leben“ halte er für unverhältnismäßig.

Auch die Eintracht wird gegen den 1. FC Köln (rückgratlose Schnellanwender von 2G gegen die eigenen Fans) ebenfalls nur vor 25.000 statt sonst möglichen 31.0000 Zuschauern spielen. Eintracht-Justiziar Philipp Reschke sagte dazu:

Für einen Großteil unserer organisierten Fanszene ist die Rückkehr zur Normalität auch eine Frage der Geschlossenheit. Daher kann es auch für uns nur ein zentrales Ziel sein, die Zulassung von Getesteten in Stehplatzblöcken zu erreichen.“

Dankesbriefe von Fans, besonders auch von Geimpften, an die Vereine werden sicher gern gelesen.

Nachtrag (23.9): Auch Lock Leipzig hat ein beherztes Statement zur 2G-Zumutung abgegeben:

„In Pandemie-Zeiten steht der Gesundheitsschutz an oberster Stelle. So wird es auch beim 1. FC Lokomotive Leipzig weiterhin sein. Deshalb wird sich an unserem Hygienekonzept nach den 3G-Regeln (geimpft, genesen, getestet) nichts ändern. Wir könnten laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen die 2G-Regel bei unseren Heimspielen einführen, also nur geimpften oder genesenen Personen Zutritt zu gewähren.

Das tun wir aber nicht.

Fußball hat aus unserer Sicht die Aufgabe, Menschen zu verbinden. Dieser wunderbare Sport ist für alle da – egal welche Nationalität, Hautfarbe, Religion oder welchen Impfstatus jemand hat.“

Der unermüdlich gegen Nichtgeimpfte hetzende Karl Lauterbach darauf auf Twitter:

Es geht um den Schutz vor schwerer Krankheit und Tod. 1 FC Lok Leipzig benutzt hier Querdenker-Argumente.“

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