Lieber Herr Gero Jenner,

es ist schön, dass Sie die Welt mit neuen Erkenntnissen zur Unmöglichkeit der Geldschöpfung aus dem Nichts erfreuen. Aber bitte schicken Sie mir diese nicht, wenn Sie nicht ernsthaft diskutieren wollen. Ich bin (hier und hier) en-Detail auf Ihre Argumente eingegangen und habe gezeigt, aus der Unkenntnis welcher institutionellen Gegebenheiten ihre Missverständnisse meiner Ansicht nach herrühren. Anstatt darauf einzugehen, schreiben Sie einen neuen verwirrten Aufsatz mit meinem Namen und falschen

Behauptungen drin. Falsch ist, was Sie über die Quelle meiner Überzeugungen in Sachen Geld spekulieren:

Norbert Häring vom Handelsblatt scheint ebenso bei Ellen Brown in die Lehre gegangen zu sein.*1* Wie peinlich muss es für diese Herren und viele andere Vertreter der These von der Creatio ex Nihilo sein, dass deren bis dahin lautstärkste Befürworterin in ihrer jüngsten Botschaft eindeutig von ihr abgerückt ist, ja dass sie diese These sogar demonstrativ widerlegt – ohne sich dessen freilich bewusst zu sein.”

Ich will Ellen Brown wirklich nicht zu nahe treten, aber ich kenne ihr Werk nicht. Ebenso wenig wie bei Professor Senf bin ich bei ihr in die Lehre gegangen. Damit Sie nicht weiter spekulieren müssen: Ich bin durch die Lektüre von Mystery of Banking des “Österreichers” Murray Rothbard auf den Trichter gekommen, ergänzt von J.K. Galbraith und Richard Werner im Wesentlichen.

Mystery of Banking kann ich Ihnen nur wärmstens empfehlen, Herr Jenner. Sehr lehrreich und selbst für ziemlich dumme Leute wie mich verständlich.

Die Fußnote über mich ist auch falsch:

“1 Im Gegensatz zu den Statistiken der Bundesbank fasst er unter ‚Einlagen’ die Kundeneinlagen und die Mittel zusammen, die sich eine Geschäftsbank auf dem Geldmarkt oder bei der Notenbank verschafft – genau wie Ellen Brown es macht.”

Wie kommen Sie darauf, Herr Jenner? Das ist Unsinn.

Wollen wir uns darauf verständigen, dass Sie Ihre theoretischen Überlegungen, wie das Geldsystem funktionieren könnte, weiter betreiben und mich außen vor lassen und ich dafür künftig Ihre Erkenntnisse nicht mehr weiter kommentiere.

Kollegiale Grüße, Norbert Häring