Alliance4Europe

Die Alliance4Europe (A4E) ist eine deutsche, kaum jemand bekannte NGO, die hauptsächlich mit Geld aus Deutschland finanzierte wird. Ihre Aufgabe ist die Steuerung und Untersützung des Wahrheitskomplexes. Formal von europäischen Privatpersonen gegründet, übt die NGO offenkundig halbstaatliche Aufgaben aus. Ihre Hauptaufgabe ist die Organisation einer koordinierten Zusammenarbeit von NGOs, Faktencheckern, Journalisten, Forschern und Behörden bei der Bekämpfung von ausländischer Desinformation und Wahlbeeinflussung. Die Tätigkeitsbeschreibungen gehen weit über das hinaus, was man einer sechsköpfigen Organisation zutrauen würde, was den Verdacht nährt, dass es sich um eine Tarnorganisation handeln könnte.

Kern dieser Tätigkeit ist die Betreuung und Verbreitung des vom US-Militär entwickelte DISARM-Rahmenwerks zur Disinformationsbekämpfung. Dieses ist offizieller Kooperationsstandard von USA, EU und NATO ist. Zu diesem Zweck gründete A4E in den USA die DISARM Foundation.

Die EU hört die von ihr mitfinanzierte Organisation gern als Vertreterin der sogenannten Zivilgesellschaft zu Gesetzes- und Regulierungsvorhaben an. Von A4E-geführte Initiativen zum Schutz von Wahlen gegen ausländische Wahlbeeinflussung erwecken nicht selten den Eindruck, selbst Wahlbeeinflussung im Sinne der EU oder nationaler Regierungen zu beabsichtigen,

Steckbrief

  • Gründung: 2019 als gGmbH
  • Sitz: München
  • Leiter: Omri Preiss
  • Gründer: 26 Europäer, darunter der ehem. deutsche Diplomat und damalige Vorstandsvorsitzender der BMW-Stiftung, Michael Schaefer.
  • Budget. 770.000 Euro (2023)
  • Gründungsgeldgeber: BMW-Stiftung, Deutsche Post Stiftung, Schwarzkopf Stiftung, JEDI (Joint European Disruptive Initiative)*
  •  Staatliche Förderung: EU (CERV) 90.000 Euro (2023); Polnische Regierung (280.000 Euro (2024/25)
  • Sonstige Geldgeber: BMW-Stiftung 120.000 Euro (2023); Alfred Leindecker Foundation, Schöpflin Stiftung; Philipp Lahm Stiftung, Mercator Stiftung, Alfred Herrhausen Gesellschaft
  • Mitarbeiter: 6
  • Personelle Verflechtungen: Omri Preiss ist Vizechef der DISARM-Stiftung
  • *JEDI ist eine „unabhängige“ europäische Forschungsagentur nach dem Vorbild des US-ARPA, finanziert von nicht genannten „öffentlichen Institutionen, Stiftungen, Unternehmen und Individuen!. Vorstandsmitglieder sind u.a. ein ehem. EU-Kommissar, der ehem. französische Militärchef, und ein ehem. NATO-Oberkommandierender.

Aktivitäten/Projekte

Counter Disinformation Network (CDN)

CDN ist ein von A4E zusammengebrachtes Netzwerk von mehr als 130 Anti-Desinformations-Aktivisten aus 40+ Organisationen: NGOs, Faktencheckern, Nachrichtenmedien (!) und Universitäten in Europa und Nordamerika.

Die Mitgliederliste ist nicht öffentlich. Aus Berichten des CDN kann man schließen, dass CeMAS (Deutschland), Science Feedback (Frankreich), Foundation for Defense of Democracies (USA), Demagog (Polen), Gazeta Wyborcza (Polen), Detector Media (Ukraine), AI Forensics (Frankreich), CheckFirst (Finnland) und Reset Tech (USA, Europa, Australien) Mitglieder sind. Außerdem Institute for Strategic Dialogue (USA, GB, D), Info Ops Polska (Polen), GLOBSEC (Slowakei), DISARM Foundation (USA), Fakenews.pl, (Polen) Clash Digital,*** CEE Digital Democracy Watch (Polen), Political Accountability Foundation (Polen), Logically Facts (Irland).

A4E bietet den Netzwerkmitgliedern eine gemeinsame Kooperationsplattform und bringt sie mit Behörden und politisch Verantwortlichen in Kontakt. Vor Wahlen und in „Krisen“ können über die Plattform von A4E koordinierte gemeinsame Untersuchungen und Kampagnen aller Netzwerkmitglieder organisiert werden (Crisis Response Workflow). Das Netzwerk berichtet seine Erkenntnisse via A4E an die EU-Kommission, nationale Regierungsbehörden, Medien und NGO, wenn es etwas findet, was dem Digital Services Act, dem EU-Verhaltenskodex gegen Desinformation oder den Sanktionsgesetzen zuwiderläuft.

** Foundation for the Defense of Democracies ist eine (neo-)konservative Lobbyorganisation, die u.a. zur Verbesserung des Image Israels beitragen will.
*** Clash Digital ist ein geheimniskrämerisches „datengestütztes Beratungsunternehmen“ mit den Geschäftsgebieten Bezahlte Kampagnen, Social Listening, Publikumsidentification und Echtzeit-Analysen.

DISARM

Alliance4Europe war Gründungsgeldgeberin und bis 2024 Hauptgeldgeberin der DISARM-Stiftung, die das Geld dafür von der Alfred Landecker Foundation bekam. Omri Preiss war Mitgründer und ist Vizechef der Stiftung. A4E bietet Mitarbeitern von Behörden, Medien, Faktencheckern, Forschungsinstituten und NGOs Workshops für die Nutzung des vom US-Militär entwickelten DISARM-Framework zur Erkennung, Kategorisierung und Bekämpfung von Desinformation an. A4E kooerdiniert ein Red Team, das Desinformationsbedrohungen aufdeckt und kategorisiert und ein Team Blue, das „Bewegungen und Kommunikatoren verbindet, um hochwirksame Kampagnen zu fahren“. Wie A4E das mit der dünnen Personaldecke abdeckt, ist nicht ganz klar. Die NGO muss wohl potente Helfer haben. Mutmaßlich handelt es sich nur um eine Tarnorganisation, hinter der sich andere verstecken, die nicht als Koordinatoren des Wahrheitskomplexes in Erscheinung treten wollen. Aus dem Förderprogramm der Alfred Leindecker Foundation käme das Institute for Strategic Dialogue in Frage, das Teil des Netzwerks zu sein scheint und sowohl das Geld als auch die technischen Mittel für eine solche Aufgabe hätte.

Disrupt Toolkit

Der Werkzeugkasten besteht aus Materialien, Programmen, Plattformen und Workshops, mit denen ein großes Netzwerk aus Journalisten, Faktencheckern, politischen Entscheidern, Behörden, Analysten u.a. bei der gemeinsamen, koordinierten Abwehr von ausländischer „Desinformation“ unterstützt wird. Im Fokus stehen zunächst Rumänien, Bulgarien, Polen und Tschechien. Er bietet einen Anleitung zur Bildung nationaler Arbeitsgruppen, die in Zusammenarbeit mit den Behörden Desinformationskampagnen abwehren. Die Urheber nehmen Bezug auf die „Architektur des Europäischen Demokratieschilds“.

InformationDefenceAlliance (2024/25)

Die IDA ist ein gemeinsames Projekt mit GLOBSEC, finanziert von der polnischen Regierung (1,2 Mio. PLN, ca. 280.000 Euro) zur Bekämpfung von „Desinformation“ aus dem Ausland im Zusammenhang mit Wahlen in Frankreich, Italien, Deutschland, Moldau und Rumänien. Laut Eigenbeschreibung werden „fortschrittliche Instrumente und Methoden wie DISARM, ABCDE und das NATO-Stratcom-Attributionsrahmenwerk“ eingesetzt, um Desinformationskampagnen, die sich gegen diese Länder richten, kontinuierlich zu überwachen und zu analysieren.“ Die Wahlerfolge von Rechtsaußenparteien in Frankreich und anderen Ländern zeigten, wie anfällig die Demokratien für Desinformation sei, schreibt A4E über das Projekt und zeigt damit, dass es alles andere als parteipolitisch neutral ist.

Der Datenaustausch in Echtzeit (!) zwischen einem Netzwerk aus investigativen Journalisten (!), Analysten und Forschern soll die koordinierte Reaktion auf Desinformation unter den beteiligten Akteuren erleichtern. Umfassende „strategischer Kommunikationspläne“ (Propagandakampagnen) zur Bekämpfung von Desinformationsnarrativen werden entwickelt. In Zusammenarbeit mit lokalen Medien (!) , Influencern (!) und zivilgesellschaftlichen Organisationen soll erreicht werden, dass nur korrekte Informationen den öffentlichen Diskurs bestimmen. Journalisten, Analysten und zivilgesellschaftlichen Organisationen werden Workshops zur Erkennung, Analyse und Bekämpfung von Desinformation angeboten. Es werden Ressourcen entwickelt, mit denen per Medienbildung die Widerstandskraft gegen Desinformation gestärkt werden kann. Des Projekt ist als Pilotprojekt gedacht, das andere Länder und Organisationen zu Schutz demokratischer Wahlen nachahmen können.

Stand: 22.3.2026

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