Die Stadt Oxford will, nach einigen Verzögerungen aufgrund von Protesten, ihr eigenes, besonders rigides System noch in diesem Jahr an den Start bringen. Dabei wird die Stadt in sechs Zonen eingeteilt und der motorisierte Verkehr zwischen den Zonen durch Verkehrsfilter gelenkt, eine eng begrenzte Anzahl von mit Kameras überwachten Verbindungsstraßen.
Die Einwohner müssen Lizenzen beantragen, die es ihnen erlauben, ihren Sektor an 100 Tagen im Jahr mit dem Auto in Richtung eines oder mehrerer anderer Sektoren zu verlassen. Dafür stehen ihnen insgesamt sechs Verkehrsfilter in der Stadt zur Verfügung.
Für sechs andere Verbindungsstraßen zwischen den Sektoren, die als besonders belastet gelten, gibt es eine separate Lizenz. Diese erlaubt die Nutzung dieser Verbindungen an 25 Tagen. Das bedeutet für viele Einwohner, die regelmäßig innerhalb der Stadt pendeln müssen, dass sie weite Umwege fahren müssen.
Wer seine zugestandenen Sektorenübertritte aufgebraucht hat, und dennoch beim Durchfahren der Verkehrsfilter gefilmt wird, muss Strafe bezahlen.
Der Telegraph berichtet, dass die Labour-Regierung, anders als die vorherige konservative Regierung, keine Einwände gegen die Pläne von Oxford hat. Andere Kommunen verfolgen ähnliche Pläne. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums in London sagte, es handle sich hierbei um eine kommunale Kompetenz, und die Regierung habe nicht die Absicht, sich einzumischen.
Außerdem plant die Labour-Regierung in London durch ein neues Gesetz dafür zu sorgen, dass Parkplätze drastisch eingeschränkt werden. Die Kommunen sollen verpflichtet werden, bei neuen Bauprojekten die Anzahl der bereitgestellten Parkplätze drastisch zu reduzieren. Hier ist die kommunale Autonomie nachrangig.
Die ursprüngliche Idee der 15-Minuten-Stadt beinhaltet, mit stadtplanerischen Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Einwohner alles, was sie für den täglichen Bedarf brauchen, in 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können. Die Idee der Verantwortlichen in Oxford und London scheint dagegen in die Richtung zu gehen, den Einwohnern nur noch begrenzte motorisierte Bewegungsfreiheit innerhalb ihrer Stadt zu erlauben und die Einhaltung durch intensive Kameraüberwachung zu kontrollieren.
Die Begründung lautet, Vermeidung von Staus, Lärm und Umweltverschmutzung.