Mexikos Regierung erklärt dem Bargeld den Krieg

8. 04. 2026 | Mexikos Regierungschefin Claudia Shienbaum hat angekündigt, dass sie mit Zwangsmaßnahmen dafür sorgen will, dass die Mexikaner mehr digital bezahlen. Als ersten Schritt will sie Barzahlungen in „strategischen Sektoren“ verbieten. Anfangen will sie mit Tankstellen und Mautstellen. 

Die neue Anti-Bargeld-Initiative der mexikanischen Regierung, die Shienbaum auf einem Bankenkongress am 19. März in Cancun vorstellte, ergänzt deren Bestrebungen, einen biometrischen Identitätsnachweis zur Bedingung für die Nutzung von Mobiltelefonie, Internet und immer mehr sonstigen Diensten zu machen.

Mexiko ist eines der bargeldaffinsten Länder. Mehr als drei Viertel der Bezahlvorgänge werden mit Bargeld abgewickelt. Rund die Hälfte der Bevölkerung ist im informellen Sektor beschäftigt. In weiten Teilen des ländlichen Raums gibt es kein Internet und oft auch keinen oder schlechten Mobilfunkempfang. Aus solchen Gründen kritisiert der Ökonomieprofessor Alejandro Gómez Tamez die ruppige Vorgehensweise der Regierung als unangemessen und diskriminierend (spanisch).

Durch das angekündigte Bargeldverbot in strategischen Sektoren wollen Regierung und Notenbank der von der Notenbank entwickelten kostenlosen Bezahllösung Cobro Digital (CoDi) zum Durchbruch verhelfen. Deren Nutzer können mit dem Smartphone bezahlen, indem sie einen QR-Code des Händlers scannen oder es per NFC mit dem Terminal des Händlers verbinden.