Zeit-Redakteur nennt Weltwoche-Chef „Verräter“ und wünscht sich EU-Sanktionen gegen ihn

1. 01. 2026 |  Am 27. Dezember verbreitete der Berliner Außenpolitik-Redakteur der Wochenzeitung Die Zeit einen X-Post weiter, in dem berichtet wurde, dass der Chef der Schweizer Wochenzeitung Weltwoche wegen seiner Russland Berichterstattung auf die EU-Sanktionsliste gesetzt werden könnte. Er kommentierte das mit den Worten: „Good. Traitor“ („Gut so. Verräter“).

Der Post von Jörg Lau, in dem er Weltwoche-Chef Roger Köppel als „Verräter“ titulierte, wurde binnen kurzer Zeit hundertfach kommentiert, ganz überwiegend sehr kritisch. Am Abend des 28. Dezember war der Post von Lau gelöscht. Weil er ein Zeitdokument dessen ist, wie fest unsere führenden Medienschaffenden geistig bereits in den Fängen totalitärer Kriegspropaganda stecken, will ich einen Screenshot hier dokumentieren.

Dass ein Wochenzeitungsredakteur sich öffentlich wünscht, dass der Chef einer konkurrierenden Wochenzeitung von der EU ohne Anklage, Verteidigung und Gerichtsverfahren mit Berufs- und Reiseverbot belegt und des Zugriffs auf sein gesamtes Vermögen beraubt wird, kam bei den Kommentatoren ziemlich schlecht an.

Die Schweizer Zeitung Blick, von der der ursprüngliche Post stammt, zitiert in ihrem, in neutralem Ton gehaltenen Bericht einen Experten für Sanktionsrecht mit der Feststellung, dass „unter Sanktionsjuristen“ diese Option in Bezug auf Köppel schon länger diskutiert werde. Auch die Neue Züricher Zeitung stellte laut Blick entsprechende Spekulationen an. Zum „Verräter“ wird Köppel dadurch, dass er mehrmals in Moskau war und sich für die Aufhebung der (selbstschädigenden) Sanktionen gegen Russland ausgesprochen hat.

Thomas Mayer, EU- und Nato-Korrespondent des österreichischen Standard, nahm Lau gegen Kritik von BSW-Chef Fabio De Masi in Schutz. Er schrieb auf X:

„Amüsant: Der radikale Linke verteidigt den EU-feindlichen Rechtspopulisten in der Schweiz gegen böse McCarthyanisten in der Europäischen Union, wenn es um den russischen Kriegsverbrecher Wladimir Putin und dessen Angriff gegen das liberale, demokratische Europa #Ukraine geht. (…) Erstaunlich, was und wen Putin zusammenbringt! Die Meinungsfreiheit ist nicht der Punkt bzw das Problem: Die Verdrehung der Fakten zum Krieg, die unverhohlene Vernebelung von Putins Aggression fällt auf!“

Die totalitäre Wer-nicht-für-uns-ist,-ist-gegen-uns-Denke ist offenkundig kein Alleinstellungsmerkmal Laus unter den transatlantisch eingenordeten Alphajournalisten.

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