Münchens grüner OB demonstriert gefährliche Lernresistenz grüner Spitzenpolitiker

17. 07. 2026 | Münchens neuer Bürgermeister gibt ein besonders drastisches Beispiel für Volkserziehung durch schikanöse Vorschriften. Kurz vor oder kurz nachdem er einen Wassernotstand erfand, um die Wassernutzung der Münchener rigide einzuschränken, mussten die Stadtwerke auf ihrer Website den Hinweis löschen, dass die Wasservorräte Münchens dank besonders günstiger geologischer und klimatischer Bedingungen „praktisch unerschöpflich“ sind. 

Der Hinweis stand über fünf Jahre lang bis mindestens 1. Mai auf der Website der Stadtwerke München:

„Sichere Wasserversorgung Münchens
(…) Die Quellgebiete im Mangfalltal und Loisachtal sind durch Gesteinsschichten bestens geschützt und werden regelmäßig überwacht. Die Wasservorkommen dort sind sehr ergiebig, ja praktisch unerschöpflich.“

Es ist sicherlich im Allgemeinen eine gute Idee, sparsam mit Wasservorräten umzugehen. Dass aber ausgerechnet in München am 14. Juli eine Allgemeinverfügung des Oberbürgermeisters Dominik Krause zum Wassersparen nötig gewesen sein soll, erklärt sich wohl nur durch die grüne Herkunft und den Erziehungseifer des neuen Stadtoberhaupts. Dieses verkünde:

„Der Wasserverbrauch ist in den vergangenen Tagen wieder deutlich angestiegen. Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert. Ich habe deshalb in Abstimmung mit den SWM und dem RKU (Referat für Klima- und Umweltschutz; N.H.) entschieden, weitergehende, verpflichtende Sparmaßnahmen zu ergreifen. Ich bitte alle Münchnerinnen und Münchner, sich an die Regeln zu halten, damit sich die Grundwasserpegel erholen. Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel, lassen Sie uns damit sorgsam umgehen.“

Hinweise auf die Unerschöpflichkeit des Wassers, das aus den Alpen unterirdisch gen München strömt, sind diesem Erziehungsprojekt natürlich hinderlich. Und so wurde, getreu einem Motto der Partei im Roman „1984“, der Hinweis auf die Unerschöpflichkeit der Vorräte ersatzlos gestrichen:

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“

Ob die Löschung des Satzes vor oder nach dem 14. Juli geschah, ist dem Internet-Archiv nicht zu entnehmen. Beides wäre etwa gleich schlimm. Gegenüber Janina Lionello von Nius begründeten die Stadtwerke die Löschung des entwarnenden Satzes so:

„Die zitierte Aussage, dass die Wasservorkommen sehr ergiebig und unerschöpflich sind, bezieht sich ausdrücklich darauf, dass hier im natürlichen Wasserkreislauf ständig Wasser nachgebildet wird. Dies bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass sich jederzeit ausreichend Wasser für jeden beliebig hohen Verbrauch nachbildet. Dementsprechend müssen Verbrauch und Gewinnung in einem angemessenen Verhältnis stehen. Das war zuletzt nicht der Fall. Daher war es in der aktuellen Lage notwendig, den Verbrauch einzuschränken. Gerne möchten wir vermeiden, dass die Formulierung in diesem Zusammenhang bei nicht ausreichender Kenntnis missverstanden wird. Daher wurde die Erklärung auf der Website entsprechend gelöscht.“

Von „ausdrücklich“ kann in Wahrheit keine Rede sein. Dass die versuchte Erklärung für die Löschung nicht stimmt, weil durchaus gemeint war, dass immer genug Wasser da sein wird, zeigt ein Beitrag der Süddeutschen Zeitung nach einer frühsommerlichen Hitzephase im Mai 2010. Damals lag der tägliche Verbrauch schon im Mai nahe 400 Mio. Liter und an manchen Tagen auch darüber. Trotzdem gaben die Wasserwerker gegenüber der Zeitung Komplettentwarnung:

„Dass die Welt der Münchner Wasserwerker im Vergleich so rundherum in Ordnung erscheint, hat eine lange Geschichte. Die Basis für die Versorgung Münchens mit Trinkwasser aus Quellgebieten den Voralpen wurde bereits im 19. Jahrhundert gelegt. Heute sind es im Groben drei Quellen, aus denen sich die Versorgung speist: Rund 80 Prozent des täglichen Wasserbedarfs decken die Förderanlagen im Mangfalltal, rund 40 Kilometer östlich von München; sie liefern rund 3400 Liter pro Sekunde.

Bis zu 2500 Liter pro Sekunde kommen aus dem Loisach-Tal in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. In Spitzenzeiten oder dann, wenn eine der anderen Quellen zum Beispiel wegen Reparatur- oder Wartungsarbeiten an den Anlagen ausfällt, fördern die Stadtwerke zusätzlich Grundwasser aus der Münchner Schotterebene. Maximal 5600 Liter pro Sekunde könnten die Brunnen in der Schotterebene fördern.

Die Reserve ist also reichlich bemessen. Das sorgt dafür, dass München das Wasser kurzfristig auch in heftigen Hitzeperioden, wie sie derzeit herrschen, nicht ausgehen kann. Auch langfristig sehen die Stadtwerke keine Gefahr. Denn im Mangfall- und Loisach-Tal pumpen die Anlagen deutlich weniger ab, als die Natur nachfließen lässt.“

Von 2010 bis 2026 waren die Wasserwerker also tiefenenstspannt. Erst als ein grüner Bürgermeister sein Amt antrat, änderte sich das. Bsonders wichtig ist der Hinweis auf die große Reserve in Form von Grundwasser aus der Münchener Schotterebene, das nur bei Bedarf angezapft wird. Wenn es diese heute noch gibt, wäre der Hinweis der Stadtwerke darauf, dass das Wasser aus den üblichen Quellen knapp werde, irreführend unvollständig.

Anders als in früheren Beiträgen, in denen die Pumpmengen der verschiedenen Quellen detailliert aufgelistet wurden, erfährt man heute nur, dass Entnahme und Gewinnung „in einem angemessenen Verhältnis stehen müssen“, was alles und nichts bedeutet, weil es immer richtig ist. Die Löschung eines Hinweises, den man mindestens 16 Jahre lang für korrekt und hinreichend unmissverständlich hielt, auch während Hitzeperioden, wird nun damit erklärt, dass manche Leute zu uninformiert seien, um ihn richtig zu verstehen.

Mit der Allgemeinverfügung beauftragte das Stadtoberhaupt die Stadtwerke, die noch bis vor wenigen Tagen von unerschöpflichen Wasservorräten ausgingen, „eine Wasserstrategie zu erarbeiten, um die Wasserversorgung der Stadt München vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Bedingungen wie anhaltender Trockenheit und Hitzeperioden dauerhaft zu gewährleisten.“

Zu den verordneten Maßnahmen gehört, dass Gießen und Beregnung von Haus- und Kleingärten oder Schrebergärten nur noch vor 9:00 Uhr oder nach 19:00 Uhr erlaubt ist, Rasen darf gar nicht mehr gegossen werden. Bauarbeiter dürfen nicht mehr durch Befeuchten von Baustraßen und Baustellen gegen Staub geschützt werden, außer es ist ausdrücklich vorgeschrieben. Die Liste der Schikanen zu Erziehung des Volkes zum achtsamen Umgang mit einer Ressource ist noch deutlich länger.

Schon zwei Wochen vorher hatte die Stadt entschieden, dass der Fischbrunnen am Marienplatz und neun weitere Brunnen in München abgestellt wurden. Andere dürfen nur noch begrenzte Zeit am Tag für Kühlung sorgen und die Augen der Münchner und der Touristen erfreuen.

Fazit

Ob die Brunnen in München sprudeln und die Bürger dort ihre Gärten wässern dürfen, kann dem Rest der Nation ja einigermaßen egal sein. Aber ein tiefergehender Befund dahinter gibt Grund zu Sorge. Man hätte eigentlich annehmen können, grüne Entscheidungsträger hätten aus dem Desaster des Heizungsgesetzes und der erzwungenen Deindustrialisierung gelernt, dass man durch schlecht begründete, übertrieben restriktive Maßnahmen, die als Schikane empfunden werden, die öffentliche Untersützung für das wichtige Anliegen Umweltschutz untergräbt. Aber das scheint nicht der Fall zu sein. Von den Grünen scheint in dieser Richtung weiterhin einiges zu drohen.

Aufmerksam wurde ich auf die Löschung des Unerschöpflichkeitshinweises durch einen Beitrag von @MatthiasFMohr auf X, via Stefan Homburg.