BBC lässt Regierungsmitarbeiter zu sensiblen Themen Texte schreiben und Fakten checken

20. 10. 2026 | Der Telegraph hat aufgedeckt, dass der britische öffentlich-rechtliche Sender BBC Regierungsmitarbeiter zu sensiblen Themen Faktenchecks und Textentwürfe schreiben lässt und dies bisher dem Publikum verheimlicht hat. Das lässt die Pläne der Regierung noch totalitärer erscheinen, Plattformen zu zwingen, BBC-Beiträge bevorzugt anzuzeigen und dem Sender durch eine „YouTube-Steuer“ auf Streaming-Dienste noch mehr Geld zukommen zu lassen.

Wie der Telegraph berichtet, gibt es diese Abordnungen von der Regierung zur BBC seit acht Jahren. Zuständig für die Organisation ist das Büro für Statistik. Insgesamt 39 Mitarbeiter aus verschiedenen Ministerien verbrachten drei bis sechs Monate beim Sender. Ihr Gehalt wurde in dieser Zeit von der Regierung weiterbezahlt. Am 16. Oktober endete die Bewerbungsfrist für weitere dieser Abordnungen zur BBC im Jahr 2027. Reclaim the Net kommentiert das treffend so:

„Zusammengefasst: Die Regierung will, dass die Bürger die BBC finanzieren und dass die Algorithmen der Plattformen die BBC bevorzugen und hat seine eigenen Leute in der BBC, die dort Faktenchecks schreiben.“

Erst nachdem der Telegraph am 17. Oktober die BBC zu ihrer anrüchigen Praxis befragt hatte, kündigte der Sender zunächst an, künftig den Arbeitgeber der Regierungsautoren dem Publikum mitzuteilen. Die eingebetteten Regierungsmitarbeiter kümmerten und kümmern sich vor allem um sensible, der Regierung wichtige Themen wie Kanalüberquerungen von Migranten, Covid, Kriminalität, Migration und Lebenserwartung. Die Inhalte, die sie für die Nachrichten-Website erstellen, wurden bisher in der Autorenzeile mit ihrem Namen und  „BBC News“ oder „BBC Verify“ gekennzeichnet.. Am 18. Oktober schließlich kündigte die BBC an, das Programm auszusetzen bis eine interne Untersuchung abgeschlossen ist.

Auf dem Blog des Statistikbüros der Regierung beschrieb eine der Abgeordneten ihre Arbeit als „Consultant für BBC-Faktencheck, Checken von Aussagen in erhitzten Wahldebatten, Entwerfen von Inhalten zu interessanten Geschichten und Beraten von Journalisten“. Ein Anderer schrieb, seine erste Aufgabe sei das Entwerfen von Inhalten zur jährlichen Bevölkerungsstatistik gewesen. Die BBC bestritt dem Telegraph gegenüber, dass die eingebetteten Regierungsmitarbeiter an Beiträgen mitschrieben.

Der Interessenkonflikt der Regierungsmitarbeiter war bei einigen Themen mit Händen zu greifen, etwa wenn sie Aussagen von Ministerpräsident Keirr Starmer bei einer Befragung faktenchecken sollten.

Änderungshinweis: Um 19:30 Uhr an verschiedenen Stellen ergänzt um Inhalte eines Nachfolgeartikels des Telegraph.

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