Zürich schreibt Bargeldannahmepflicht in die Gemeindeordnung

2. 11. 2026 | In der Schweiz verstehen Linke – anders als in Deutschland –, dass Bargeld für Benachteiligte und Arme wichtig ist und schützen deren Interessen. Auf Antrag der Alternativen Linken (AL) hat der Züricher Stadtrat mit den Stimmen der Grünen, der SP und der rechten SVP einen Antrag angenommen, der eine Annahmepflicht für Bargeld in städtischen und von der Stadt subventionierten Betrieben verlangt.

Auslöser für die Initiative waren die Entscheidungen des Weihnachtsmarktes im Hauptbahnhof und des Kunsthauses Zürich im letzten Jahr, kein Bargeld anzunehmen. Beide mussten wenig später wegen der öffentlichen Empörung diese Entscheidung revidieren.

Die rechte SVP hatte deswegen einen Antrag eingebracht, um das Bargeld zu stärken. Dieser ging aber der AL nicht weit genug, wie die NZZ berichtet. Sie brachte den weitergehenden, nun angenommenen Antrag ein.

Die AL argumentiert, viele Menschen müssten oder wollten aus guten Gründen bar bezahlen und seien dafür auf das Recht auf Barzahlung angewiesen. Gründe seien etwa persönliche Not, kein Bankkonto, der Wunsch nach Anonymität und Wahlfreiheit – etwa in Bezug auf den ‚Überwachungskapitalismus‘ oder die Frage, ob man den Tech-Konzernen Geld in die Kasse spülen wolle. Außerdem müsse man vermeiden, dass man Kinder bald nur noch mit Smartphone oder Karte auf die Strasse lassen könne, wenn sie sich etwas Kleines kaufen wollten.

Die Sozialdemokratische Partei (SP) argumentierte der Zeitung zufolge, wenn man nur mit Karte zahlen könne, schließe man gewisse Bevölkerungsschichten bewusst aus. Das Recht auf Barzahlung sei daher auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Wenn das nur auch die sich links nennenden Parteien in Deutschland so sehen würden! Diese machen sich zusammen mit der Union zum Büttel der Banken und der Tech-Konzerne, die das Bargeld los haben wollen. Für sie ist das Ansinnen eines Rechts auf Barzahlung „rechts“, weil sich vor allem Liberale und Rechte dafür stark machen. Finanzminister Lars Klingbeil von der SPD setzt sich in Brüssel dafür ein, den Schutz der Barzahler in der Bargeldverordnung, die dort derzeit verhandelt wird, möglichst schwach zu machen.