Faktencheckerbranche im Niedergang

29. 06. 2026 | Auf dem internationalen Treffen der Faktenchecker-Organisationen GlobalFact 2026 beklagte die Szene einen rückläufigen Geldzufluss und zunehmenden politischen Gegenwind. Die Folge ist, dass deutlich mehr dieser halboffiziellen Wahrheitskontrolleure dicht machen als neue hinzukommen.

Die jährlichen Konferenzen werden von der Organisation International Fact Checking Network (IFCN) aus den USA organisiert. Dieses Jahr fand sie am 18 Juni in Vilnius, Litauen, statt.

Gegenüber dem bisher höchsten Wert im Jahr 2024 von 464 ist die Anzahl der aktiven Faktencheckerorganisationen weltweit bis Mitte 2026 um 27 oder 6% auf 437 zurückgegangen. Drei Viertel beklagten nach einer Umfrage des IFCN eine prekäre oder krisenhafte Finanzlage, die Hälfte berichtete über rückläufige Einnahmen und ein Drittel musste die Belegschaft reduzieren.

Eine wichtige Rolle dabei schrieben die Teilnehmer der Konferenz der Entscheidung von Meta Anfang 2025 zu, in den USA nicht mehr mit Faktencheckern zusammenzuarbeiten. Die sozialen Medienplattformen glänzten zum Bedauern der Veranstalter in Vilnius durch Abwesenheit. In der EU und Großbritannien zwingen der Digital Services Act und der Online Safety Act die sozialen Medienplattformen, weiterhin Faktenchecker zu nutzen und zu finanzieren. Mit ihnen tagen, wie früher, wollten sie aber nicht mehr.

„Faktenchecken ist keine Zensur, es ist nicht politisch einseitig und war es nie“, wehrte sich IFCN-Chefin Angie Drobnic Holan gegen immer lauter werdende Vorwürfe in dieser Richtung.

Über die Veranstaltung berichtet ein Mitarbeiter von PolitiFact, der Schwesterorgansiation des IFCN. Beide sind Teil des Poynter Institute for Media Studies in Florida. Der Bericht macht deutlich, wie sehr Faktenchecken Teil des Propagandakriegs des Westens mit Russland ist:

„Im Baltikum – an der Grenze zwischen dem demokratischen Westen und dem autoritären Russland gelegen – sind die Bedrohungen durch Krieg und Desinformation eng miteinander verknüpft. Auf der Konferenz priesen hochrangige litauische Militär- und Diplomatenvertreter den „gesamtgesellschaftlichen“ Ansatz ihres Landes im Kampf gegen eine Flut von Fehlinformationen und Desinformationsangriffen. „Wir betrachten ‚kognitive Kriegsführung‘ mittlerweile als einen echten Konfliktbereich, der genauso real ist wie Land, See, Luft, Weltraum und der Cyberspace“, so der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas.“

Deshalb war gleich eine ganze Delegation des Verteidigungsministeriums, sowie der Außenminister vor Ort und erläuterten den Faktencheckern die Imperative der kognitiven Kriegsführung.

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