Es fing an mit Joschka Fischer, der seine Partei von friedensbewegt auf humanitär-kriegsgeil umpolte. Er wurde anschließend in die Fakultät der Harvard University aufgenommen.
Als Cem Özdemir, Young Leader des American Council on Germany und Beiratsmitglied der Transatlantischen Initiative, 2002 wegen einer Korruptionsaffäre seine politischen Ämter aufgeben musste, fing der German Marshall Fund of the United States ihn auf und parkte ihn als Transatlantic Fellow an der — nicht ganz so renommierten — University of Wisconsin, bis er als Europaabgeordneter ein Comeback einleiten konnte.
Robert Habeck wurde nach seiner Tätigkeit als Abrissbirne der deutschen Industrie als Gastdozent an die kalifornische University of Berkeley berufen, wo er Vorlesungen zu „Krise“ und, zusammen mit seiner Frau Andrea Paluch, zu kreativem Schreiben halten durfte. „Gemeinsam schreiben – Wie wir das geschafft haben“, lautet der übersetzte Titel ihres Seminars. Wenn das keine Belohnungsberufung ist, dann weiß ich nicht, was eine ist. Paluch wurde bekannt-berüchtigt durch ihr Bilderbuch „Die besten Weltuntergänge: Was wird aus uns? Zwölf aufregende Zukunftsbilder“, mit dem sie Kindern ab acht Jahren Weltuntergangsszenarien in die zarten Gemüter drückte.
Und nun Annalena Baerbock, die als Außenministerin mit gebrochenem Englisch und Grundkenntnissen in Völkerrecht kaum eine Gelegenheit ausließ, im Sinne der transatlantischen Kriegsrhetorik als Scharfmacherin aufzutreten. Sie bekommt im Anschluss an ihre Rolle als Präsidentin der UN-Generalversammlung, die sie am 8. September abgibt, eine dreijährige Gastprofessur an der renommierten New Yorker Columbia University. Sie wird Professorin für Global Leadership und Co-Direktorin des Masterprogramms „Master of Public Administration in Global Leadership“. Sie muss nicht forschen und muss keine klugen Aufsätze schreiben, sondern nur ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Das Programm richtet sich an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung.
Um dieser institutionalisierten politischen Korruption auch eine humorige Note zu geben, hat der Fernsehmoderator Thomas Eglinski auf Linkedin einen Lehrplan für die fettnapfaffine Baerbock vorgeschlagen:
- Montag: Mathematik: Wie vollziehe ich eine 360-Grad-Wende – und wundere mich anschließend, dass ich nicht vorwärtskomme?
- Dienstag: Geografie: Wie erreiche ich Länder, die Hunderttausende Kilometer entfernt liegen?
- Mittwoch: Chemie: Kobalt, Kobold – Hauptsache, die Batterie ist voll.
- Donnerstag: Diplomatie für Fortgeschrittene: Wie erkläre ich einer Atommacht den Krieg und wundere mich anschließend über die Aufregung?
- Freitag will Eglinski Baerbocks Schülern etwas Erholung gönnen, aber ich finde, sie sollten für das viele Geld, das sie für diesen Master-Studiengang zahlen, auch etwas erfahren über Geschichte: Südafrika als Schinken der Hoffnung für den Globalen Süden