Der Chefredakteur des Fundraiser-Magazin, Matthias Daberstiel, ist beeindruckt von meiner Behauptung, dass NGOs unter staatlicher Steuerung in Echtzeit die sozialen Medien überwachen. Nicht einmal „Google & Co.“ bekämen das hin. Dass sie das nicht hinbekommen, schließt Herr Daberstiel daraus, dass sie nicht alle „Hass-Postings“ löschen. ‚Kann also nicht sein‘, ist seine implizite Schlussfolgerung, der ich mich dezidiert nicht anschließen möchte. Dass Google das Internet nicht in Echtzeit überwache und analysiere, wäre eine sehr gewagte Behauptung. Gleiches gilt für „Co.“, also X.com, Facebook und die anderen Medienplattformen.

Herr Daberstiel erfasst richtig, dass mir „Tagesschau, Correctiv und Faktenchecker ein Dorn im Auge“ sind, weil sie „Meinungsmacher“ sind und (die Faktenchecker) abweichende Meinungen mit unlauteren Tricks (er schreibt „erbarmungslos“) wegchecken. Ein Gegenargument, mit dem ich mich auseinandersetzen könnte, hat er leider nicht parat. Er scheint die Kritik daran, dass ich demokratiefeindliche Begriffe wie „Mainstream-Medien“ verwende, für einen adäquaten Ersatz eines Arguments zu halten.
Gleiches gilt für den Hinweis darauf, dass ich Organisationen des Wahrheitskomplexes vorwerfe, „legitime Inhalte zu Unrecht als Hass und Hetze“ zu markieren. Das stimmt, das werfe ich vor und belege ich anhand vieler Beispiele. Doch für Herrn Daberstiel ist all das unbesehen „Hass und Hetze“ und ich bin derjenige, der diese zu Unrecht als schützenswerte Meinungen einordne. Wenn man allerdings unbesehen jede Klassifizierung aus dem Reich der Faktenchecker und Hinweisgeber als korrekt einstuft, muss man natürlich zu dem Ergebnis kommen, dass diese im Recht sind und ich im Unrecht. 100% überzeugend ist das allerdings — mindestens für mich — nicht.
Auch dass mir die „staatliche Meinungskontrolle“ von NATO, EU, Landesmedienansatlten und Verfassungsschutz „gegen den Strich“ geht, erfasst Daberstiel korrekt. Wieder hat er jedoch kein Gegenargument, außer dem Nachweis, dass es keine 100%-ige Zensur jeglicher kritischer Inhalte gibt, weil es sonst dieses Buch nicht zu kaufen gäbe. Da hat er Recht. Wenn ich irgendwo Komplettzensur aller kritischer Inhalte behauptet haben sollte, dann hätte er mir schlüssig einen Irrtum nachgewiesen.
Überrascht ist der Rezensent wiederum davon, dass ich in de Schlussbetrachtung zu Toleranz und gegenseitigem Respekt aufrufe. „Mit diesem Leitgedanken wäre es sicherlich ein lesenswertes Buch geworden“, schließt er schnippisch seine kritische Rezension. Das ist zum Schluss immerhin so etwas wie ein Argument, aber leider beruht es auf einem Missverständnis. Kritik an Organisationen und an mutmaßlichen Missständen ist aus meiner Sicht journalistische Pflicht und nicht Ausweis von mangelnder Toleranz und mangelndem Respekt. Es kommt natürlich auf den Ton an. Aber Schlimmeres als der Begriff „Mainstream-Medien“ scheint ihm in dieser Hinsicht nicht begegnet zu sein.
Zugegeben: die Rezension ist kurz und erlaubt daher keine ausführliche Argumentation. Ich bin aber gern bereit, den nötigen Platz auf diesem Blog bereitzustellen, wenn Herr Daberstiel aufschreiben möchte, was an dem Buch falsch ist oder fehlt. Das werde ich ihm auch freundlich mitteilen, falls er nicht zur Leserschaft dieses Blogs gehören sollte.