Conscious Advertising Network (CAN)

Das Conscious Advertising Network (CAN) ist eine internationale Koalition großer Medienagenturen Werbetreibender. IT-Dienstleister und Aktivistengruppen. Durch Lobbyismus und Organisation von Werbeboykotten geht sie gegen „Desinformation“ vor, insbesondere zum Thema Klima. CAN ist Trusted Flagger bei Youtube. Das Netzwerk ist vernetzt mit dem Global Disinformation Index und dem Institute for Strategic Dialogue. Mit letzterem hat CAN den Prozess gestartet, der dazu führte, dass auf Ebene der UN-Mitgliedsländer eine pervertierte Definition von Meinungsfreiheit beschlossen wurde. Dieser zufolge setzt Meinungsfreiheit voraus, dass jemand dafür sorgt, dass alle im Internet weit verbreiteten Informationen „korrekt“ sind.

Steckbrief

Selbstbeschreibung: „Wir sind das Gewissen, das für den kommerziellen Erfolg von Werbetreibenden sorgt. (…) Gemeinsam haben die Mitglieder von CAN und ihre Partner, darunter auch die UN, einige der weltweit größten Werbetreibenden – nicht zuletzt Google und Pinterest – bei der Bekämpfung von Klima-Fehlinformationen erfolgreich beeinflusst.“

Aktivitäten

Zensur-Lobbying

CAN hält sich zugute, zusammen mit dem United Nations Intergovernmental Panel on Climate Change und einer Koalition anderer Organisationen, Google dazu gebracht zu haben, im Jahr 2021 eine neue Monetarisierungspolitik anzukündigen, die „Fehlinformationen, die die Existenz des Klimawandels untergraben“, von Monetarisierung ausschließt.

CAN hatte 2021 zusammen mit dem Institute for Strategic Dialogue 2021 die Federführung bei einem offenen Brief vieler NGOs an den Vorsitz des Klimagipfels 2021 und die großen Medienplattformen, der ein Vorgehen gegen sehr weit definierte Fehlinformation über den Klimawandel forderte. Auf dieser Basis habe Pinterest 2022 mit einer Richtlinie zur Verringerung der Desinformation über den Klimawandel in Inhalten und Anzeigen Pionierarbeit geleistet.

CAN hatte auch die Federführung bei einem offenem Brief von Climate Action against Disinformation, einer mutmaßlichen Tarnorganisation des Institute for Strategic Dialogue, zum Klimagipfel 2024 in Brasilien: „Governments Should Act Now to Curb Climate Disinformation“. Dieser forderte die Regierungen auf, bei den Medienplattformen Druck zur Zensur von Klima-Desinformation zu machen. Die Definition von Desinformation in diesem Brief umfasste alles, was von den Schlussfolgerungen des Weltklimarats, IPCC, abweicht und was nicht auf Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens liegt, was den „unzweifelhaften menschlichen Einfluss auf den Klimawandel“ relativiert und die Notwendigkeit (und Wirksamkeit) schnellen Handelns in Zweifel zieht. Mit anderen Worten: jegliche wissenschaftliche Diskussion über diese Fragen ist Desinformation und deshalb zu unterdrücken. Diese Definition deckt sich fast vollständig mit der des „Netzwerk Klimajournalismus„.

Der UN-Generalsekretär, der sich von CAN beraten lässt, hat sich in seinem Bericht von Juni 2023: „Our Common Agenda Policy Brief 8: Information Integrity on Digital Platforms“ ausdrücklich die Empfehlungen und Tätigkeit von CAN zu eigen gemacht. Er spricht sich darin für Boykottlisten gegen Medien aus, die „Desinformation“ verbreiten und regt an, dass Werbetreibende Druck auf Plattformen machen, die ihrer Meinung nach nicht hart genug gegen die Verbreitung von „Desinformation“ vorgehen. Mit seinem von CAN mit inspirierten Programm will António Guterres dafür sorgen, dass Inhalte aus den Online-Plattformen und -Medien verschwinden, die den „empirisch gestützten Konsens über Fakten, Wissenschaft und Wissen“ stören. Denn deren Fähigkeit, „mit Desinformation wissenschaftlich etablierte Fakten zu untergraben“ sei „ein existenzielles Risiko für die Menschheit“. In den im September 2024 von der UN-Generalversammlung beschlossenen Zukunftspakt, hat dieses Programm in Kurzform Eingang gefunden.

Vertrauenswürdiger Hinweisgeber

2023 wurde CAN „Trusted Flagger“ von Youtube, darf also Löschhinweise geben, die prioritär behandelt werden und leitete zusammen mit Climate Action Against Disinformation die Plattform Tiktok bei der Formulierung einer Politik gegen Desinformation an.

Stand: 22.4.2026

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