Paul Schreyer: „Wer regiert das Geld“

Paul Schreyer - Wer regiert das GeldDer Autor nennt sein Buch „Wer regiert das Geld? Banken, Demokratie und Täuschung“ auf dem Cover auch noch „Eine Reise ins Zentrum der Macht“. Das trifft es gut. Er erklärt verständlich und treffend das Geldsystem, in dem Banken im Großen und Ganzen alles umsonst bekommen, weil sie mit selbst gedrucktem Geld einkaufen können. Das hat man in letzter Zeit hier und da schon gelesen, aber

er geht noch über das hinaus, was man kennt. Er erläutert auch, wie die verschiedenen Arten von Geld mit den Rechnungslegungsstandards zusammenhängen, beziehungsweise, wie sie von diesen verschleiert werden, und wer diese Standards setzt. Letztlich sind es wieder Banker. Auch ein gut durchdachtes Kapitel zu den Staatsschulden und ihren Haltern hat das Buch aufzuweisen.

Besonders interessant sind die Kapitel über die amerikanische und besonders die deutsche Geldgeschichte. Dort lässt sich sehr schön nachlesen und erfassen, welche Interessengruppen über die Jahrzehnte und Jahrhunderte am Geldsystem werkelten und zerrten und so dafür sorgten, dass das öffentliche Interesse bei der Ausgestaltung nicht unbedingt die erste Rolle spielte. Ein preußischer Beamter namens Rother spielte in Deutschland eine wichtige Rolle dabei, die Ambitionen der Bankiers zugunsten staatlicher Kontrolle des Geldwesens einigermaßen in Schach zu halten.

Auch Ereignisse wie die Gründung der Deutschen Bank 1870 stellt Schreyer schön bunt in den historischen Kontext, ebenso wie die der Reichsbank 1876, die in privatem Besitz war und wesentlich auf Initiative der privaten Hochfinanz zurückging.

Die Antwort auf die Titelfrage des Buches gibt Schreyer schließlich im 11. Und letzten Kapitel, das „Die informelle Regierung heißt“. Wir wollen es hier nicht spoilern.

Paul Schreyer: „Wer regiert das Geld? Banken, Demokratie und Täuschung“, Westend-Verlag, 224 Seiten, März 2016.

 

http://www.westendverlag.de/buecher-themen/programm/wer-regiert-das-geld-paul-schreyer.html#.VuLk5Ln2ar8

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