Der Weg in die totale Kontrolle

Jens Wernicke hat aus Anlass des heutigen Erscheinens meines Buches „Die Abschaffung des Bargeld und die Folgen“ für die Nachdenkseiten ein ausführliches Interview mit mir geführt, über die Hintermänner der Anti-Bargeld-Kampagne, Verschwörungstheorien und den Weg in die totale Kontrolle. Eine kleine Kostprobe.

Sie sprechen von einer Kampagne gegen das Bargeld. Wer steuert diese Kampagne? Oder gibt es gar keine Steuerung?

Doch, es gibt ein eng geknüpftes Netzwerk. In seinem Zentrum stehen Larry Summers, der ehemalige US-Finanzminister und Harvard-Ökonom, Ken Rogoff, der Harvard-Ökonom und ehemalige Chefvolkswirt des IWF, und Mario Draghi.

…der Präsident der Europäischen Zentralbank?

Ja, genau der. Derjenige, der unsere Banknoten unterschreibt, ist eine Schlüsselfigur beim Versuch der gesetzwidrigen Abschaffung eben derselben. Und fast alle wichtigen Spieler im Kampf gegen das Bargeld stehen mit diesem Netzwerk in enger Verbindung.

Und warum wollen diese Leute das? Warum verfolgen sie dieses Ziel? Verstehe ich recht: Es gibt bereits konkrete Enteignungspläne, auf so ideal hingearbeitet werden kann? Enteignungspläne der Mächtigen wider die Bevölkerung?

Ja, ein solcher Plan ist seit diesem Jahr Gesetz, die Gläubigerbeteiligung bei Bankenrettungen. Sie besagt, dass Einleger mindestens teilweise enteignet werden müssen, bevor Banken mit Steuergeld gerettet werden dürfen. Denn wenn wir Einlagen bei Banken halten, sind das rechtlich Kredite an die Bank und wir sind Gläubiger. Damit wir uns dem nicht frühzeitig beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten entziehen können, indem wir unser Geld bar abheben, muss das Bargeld zurückgedrängt oder abgeschafft werden.

Sie sagen, die Abschaffung des Bargelds sei gesetzwidrig. Es sind doch Gesetze, die gegen die Bargeldnutzung erlassen werden.

Im EU-Vertrag steht, ebenso wie im Bundesbankgesetz, dass Euro-Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel ist. Trotzdem wurden mit dem ausdrücklichen Segen von Mario Draghis EZB in vielen Ländern Gesetze erlassen, die die Bezahlung mit eben diesem gesetzlichen Zahlungsmittel verbieten.

Das ist offenkundig EU-rechtswidrig. Eine nationale Regierung hat nicht die Kompetenz, die Nutzung des gesetzlichen Zahlungsmittels der EU zu verbieten, so wenig wie ein Bundesland oder eine Rundfunkgesellschaft das Recht hat, die Nutzung des nationalen gesetzlichen Zahlungsmittels abzulehnen. Deshalb klage ich vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt auf das Recht, die Rundfunkgebühr in bar bezahlen zu dürfen. Ich will ein Präzedenzurteil herbeiführen.

Dass Geschäftsbanken kein Bargeld mögen, leuchtet ja noch ein. Aber warum sollte sich eine Notenbank am Kampf gegen ihre eigenen Banknoten beteiligen?

Die Notenbanken sind integraler Bestandteil der sogenannten „Banking-community“. Man muss sich nur die Mitgliederliste der sogenannten Group of Thirty anschauen. Dort wurde die Anti-Bargeld-Kampagne wahrscheinlich ausgeheckt. Draghi, Summers und Rogoff sind dort Mitglieder, ebenso wie viele andere Notenbanker und Spitzenmanager großer internationaler Geschäftsbanken. Die meisten der letzteren waren früher Notenbanker, die meisten der Notenbanker werden später ihre Millionen als Manager oder Berater von Geschäftsbanken verdienen. Viele, wie etwa EZB-Chef Draghi und der Chef der Bank von England Mark Carney sowie der Chef der Federal Reserve von New York Bill Dudley, waren früher Bankmanager. Die drei genannten waren jeweils bei Goldman Sachs.

Ohne Bargeld, also … wenn ich das einmal zu Ende denke, wäre es dann ja möglich, politische Dissidenten sozial „hinzurichten“: Man schaltet ihnen einfach den Zugang zu elektronischem Geld ab – und den Ausweg, sich mittels Bargeld durchzuschlagen, gibt es nicht mehr. Das erscheint mir eine Dystopie ganz im Sinne von „1984“ und „Schöne neue Welt“…

In der Tat. Und das passiert heute bereits mit Organisationen, die Bargeld nicht wirklich nutzen können. Nicht nur im Film, so etwa im prophetischen „Staatsfeind Nummer 1“: Die US-Regierung hat entschieden, ….

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