Regierungsparteien in Portugal und Spanien stecken tief in der Syriza-Klemme

 Man könnte auf die Idee kommen zu vermuten, die Regierungen anderer Krisenländer wie Portugal oder Spanien würden die Forderung der neuen griechischen Regierung nach einer Lockerung der Sparkurses unterstützen, weil sie dann leichter gleiches für sich selbst fordern könnten. Doch weit gefehlt. Der (konservative) portugiesische Wirtschaftsminister Antonio Pires de Lima schlug am Freitag harte Töne an. Sein Land habe harte Jahre

des Sparens hinter sich. Die heimische Regierung habe sich für einen Weg entschieden, "der nicht der einfachste war", um Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen und auf den Wachstumspfad zurückzukehren. "Das ist auch unsere Einstellung zur Situation in anderen Ländern", sagte der Minister. Auch aus Spanien kommt Unterstützung für Athen bisher nur von der Straße. Das ist kein Zufall, würde doch jeder Erfolg der Syriza mit ihren Forderungen der heimischen Bevölkerung in Portugal und Spanien signalisieren, dass die Entbehrungen der letzten Jahre unnötig und sinnlos waren. Das können die Regierungen in Lissabon und Madrid, und die Parteien, die die Vorgängerregierungen stellten,  nicht einräumen. Eine Wahlumfrage von Metroscopia, die El País am Sonntag (heute) veröffentlichte, zeigt die Syriza-Schwesterpartei Podemos mit 27,7 Prozent an erster Stelle, fast zehn Punkte vor den Sozialdemokraten der PSOE an dritter Stelle und sieben Punkte vor der konservativen PP.

 So sinnwidrig es anmuten mag: die etablierten Parteien in Spanien (wo Wahlen anstehen) und Portugal sind darauf angewiesen, dass die Sache schlecht ausgeht, für Griechenland.

 Die zyprische Regierung, deren Land eine ähnliche Behandlung erfährt wie Griechenland, hat ihre Unterstützung und Solidarität bekundet und gleich ihre Kooperation mit der Troika aufgekündigt. Die Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank erklärte am Freitag die aktuelle Überprüfung der Auflagen für gescheitert.

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