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Norbert Häring ist seit 1997 Wirtschaftsjournalist. Vorher arbeitete der promovierte Volkswirt einige Jahre für eine große deutsche Bank. Er engagiert sich in der World Economics Association für eine weniger einseitige und dogmatische Ökonomik. Er ist Träger des Publizistik-Preises der Keynes-Gesellschaft und des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises von getAbstract (Ökonomie 2.0).

Lebenslauf

Stimmt es wirklich, Frau Merkel, ...

... dass der private Konsum eine Wachstumsstütze ist? "Der private Konsum bleibt bislang eine verlässliche Wachstumsstütze", sagte die Bundeskanzlerin heute auf dem Arbeitgebertag in Berlin. Stimmt das? Was bleiben soll muss erst mal da sein. Ist der private Konsum eine Stütze? Nicht wirklich. Schaut man bei Destatis nach und rechnet ein bisschen, so stellt man fest, dass in den letzten vier Quartalen der private Verbrauch um 0,8 Prozent gestiegen ist, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) insgesamt

dagegen um 1,2 Prozent. Der    Unterschied mag klein erscheinen. Wenn man aber berücksichtigt, dass der private Verbrauch gut zwei Drittel des BIP ausmacht, so bedeutet das: wäre der private Verbrauch so stark gestiegen wie die anderen BIP-Komponenten, wäre das BIP in diesen vier Quartalen um insgeamt zwei Prozent statt um 1,2 Prozent gestiegen. Stützen geht anders.